{"id":3517,"date":"2016-12-05T08:26:18","date_gmt":"2016-12-05T08:26:18","guid":{"rendered":"https:\/\/mugwortborn.com\/project\/episode-seven-loss-of-innocence\/"},"modified":"2025-11-11T18:50:35","modified_gmt":"2025-11-11T18:50:35","slug":"episode-seven-loss-of-innocence","status":"publish","type":"project","link":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/project\/episode-seven-loss-of-innocence\/","title":{"rendered":"Episode 7: Verlust der Unschuld"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; admin_label=&#8220;section&#8220; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_row admin_label=&#8220;row&#8220; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220; width=&#8220;100%&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_post_title _builder_version=&#8220;4.16&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_post_title][et_pb_text admin_label=&#8220;Text&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; use_border_color=&#8220;off&#8220; border_color=&#8220;#ffffff&#8220; border_style=&#8220;solid&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-172 size-medium\" src=\"https:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/55f663868ac8aa6571ef87df9283cc77-216x300.jpg\" alt=\"55f663868ac8aa6571ef87df9283cc77\" width=\"216\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/55f663868ac8aa6571ef87df9283cc77-216x300.jpg 216w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/55f663868ac8aa6571ef87df9283cc77.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 216px) 100vw, 216px\" \/><\/p>\n<p>In meiner Kindheit konnte man \u00fcberall in Ostbhutan Phallusse sehen. Selbst in unserem Haus gab es Phallusse, in T\u00fcrklinken geschnitzt, als Verzierung auf Suppenkellen und an Gel\u00e4ndern. Sie waren innen und au\u00dfen an die W\u00e4nde gemalt, in verschiedenen Gr\u00f6\u00dfen und Formen. Es gab so viele davon, dass niemand sie wirklich bemerkte. Jungen und M\u00e4dchen, Br\u00fcder und Schwestern, M\u00f6nche und Nonnen plauderten ungezwungen miteinander direkt vor diesen phallischen Symbolen und Malereien.<\/p>\n<p>Die Bhutaner stellten auch gerne Phallusse und Vaginas aus Teig her; das ist vielleicht die einzige Kunst, die ich wirklich beherrsche. Ich gebe zu, dass ich unz\u00e4hlige Geschlechtsorgane aus Kaugummi geformt und sie unter die Tische unz\u00e4hliger Restaurants auf der ganzen Welt geklebt habe.<\/p>\n<p>Es waren nicht nur die Symbole, Schnitzereien und Gem\u00e4lde. An dem Ort, an dem ich aufwuchs, war die gesamte Einstellung zu Sex viel offener. Schamloses Flirten galt nicht als unanst\u00e4ndig wie in anderen Gesellschaften. Wenn eine Frau einen Mann einlud, mit ihr ins Bett zu gehen, war das so gew\u00f6hnlich wie eine Einladung zum Tee. Erst sp\u00e4ter wurde mir klar, dass eine \u201ezivilisierte\u201d Gesellschaft dieses Verhalten barbarisch, primitiv und r\u00fcckst\u00e4ndig finden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich begann ich selbst, in dieser beschr\u00e4nkten Weise zu denken. Nachdem ich zum &#8218;Tulku&#8216; ernannt worden war, kam es h\u00e4ufig vor, dass Frauen zu mir kamen, ihre Bluse \u00f6ffneten, und mir ihre nackten Br\u00fcste entgegenstreckten; sie glaubten, dass es ihre Schmerzen linderte, wenn ich sie anpustete. Als ich Jahre sp\u00e4ter nach Ostbhutan zur\u00fcckkehrte und diese Frauen mit ihren offenen Blusen zu mir kamen, konnte ich zun\u00e4chst nicht hinsehen. Erst nach ein paar Tagen kehrte allm\u00e4hlich die Chemie meiner Kindertage zur\u00fcck und ich f\u00fchlte mich wieder wohl, der urteilende Verstand, der dieses Verhalten als primitiv eingestuft hatte, verstummte.<\/p>\n<p>Ob gut oder schlecht, der Verlust der Unschuld, wenn es so etwas \u00fcberhaupt gibt, ist unvermeidlich. Die Unschuld verliert ihre Reinheit in der Finsternis von Bildung und Erziehung, und das f\u00fchrt zu Heuchelei. Das habe ich selber erlebt.<\/p>\n<p>Mein Leben \u00e4nderte sich um 180 Grad, als ich die \u201ekultiviertere\u201c, \u201eanst\u00e4ndigere\u201c und \u201egebildete\u201c Welt der Tibeter betrat, wo ich in Labrangs lebte, umgeben von M\u00f6nchen, Rinpoches, Khenpos, Tulkus und so weiter. Wie viele junge Rinpoches wuchs ich in der Gesellschaft von \u00fcberwiegend z\u00f6libat\u00e4ren Menschen auf. Kaum ein Tag verging, an dem meine Lehrer, die meisten von ihnen ordinierte M\u00f6nche, nicht \u00fcber Frauen als Verf\u00fchrerinnen und Hindernisse auf dem Weg sprachen. Sie sagten: Wenn du M\u00e4dchen attraktiv und sch\u00f6n findest, dann nur, weil sie sich gewaschen und herausgeputzt haben. Wenn sie eine Woche lang ihre N\u00e4gel nicht schneiden, sehen sie alle wie Hexen aus. Wenn sie ihre Z\u00e4hne nicht putzen, riecht ihr Mund wie andere K\u00f6rper\u00f6ffnungen, wenn sie ihre Haare nicht waschen, wachsen ihnen Dreadlocks. Jahre sp\u00e4ter begriff ich, dass diese chauvinistische Haltung nicht im Dharma wurzelt. Es ist vielmehr ein weltliches, kulturelles Ph\u00e4nomen insbesondere in der asiatischen Kultur, das mit den Lehren des Vinaya getarnt wird.<\/p>\n<p>In der \u00d6ffentlichkeit waren meine Lehrer wie eifers\u00fcchtige Ehefrauen, die st\u00e4ndig kontrollierten, in welche Richtung mein Blick wanderte. Es w\u00e4re ihnen nicht im Traum eingefallen, mich mit einem M\u00e4dchen allein zu lassen, insbesondere wenn es aus Bhutan oder dem Westen stammte, denn nach Ansicht der Tibeter waren M\u00e4dchen aus Bhutan oder dem Westen leichtfertig und gef\u00e4hrlich. Damals gab es derartig viele Hippies in Nepal, dass \u201eWestler\u201d gleichbedeutend mit \u201eHippie\u201d war, was wiederum \u201eDrogenkonsument&#8220; bedeutete oder gar psychisch labil. Westliche M\u00e4dchen zogen nicht die Schultern nach oben und vorne, um ihre Br\u00fcste zu verstecken oder bedeckten ihren Po wie die Tibeterinnen, die alles versteckten. Meine Lehrer wussten nicht, wie sie mit diesem Anblick umgehen sollten. Wenn sie eine westliche Frau in Jeans sahen, die nicht einmal besonders eng sa\u00df, machten sie missbilligende Ger\u00e4usche und beobachteten mich besonders wachsam.<\/p>\n<p>Sie schienen keine Ahnung zu haben, dass ihre 24-Stunden-\u00dcberwachung meine Neugier nicht bremste, sondern sogar das Gegenteil bewirkte. Aber ich war sehr gut darin, ihnen vorzugaukeln, ich sei uninteressiert, genau wie, wenn ich vorgab, Filme nicht zu m\u00f6gen. Gl\u00fccklicherweise vertrauten meine Lehrer Kyabje Dilgo Khyentse Rinpoche. Sobald ich in seiner Obhut war, h\u00f6rten sie auf, mich zu bewachen, da sie mich in guten H\u00e4nden wussten. Sie ahnten nicht, dass Rinpoche mich, sobald sie gegangen waren, fragte, ob mir irgendwelche sch\u00f6nen M\u00e4dchen aufgefallen seien. Erst vor kurzem ging mir auf, dass Kyabje Dilgo Khyentse Rinpoches Offenheit und Vertrauen eines der besten Mittel war, um wilde Wesen wie mich zu z\u00e4hmen. Sonst h\u00e4tte ich vielleicht die Kunst der Heuchelei perfektioniert. Ich gab vor, gelassen, rein, jungfr\u00e4ulich, unschuldig und keusch zu sein, w\u00e4hrend ich innerlich vor Verlangen brannte und fast wahnsinnig wurde, hin- und hergerissen zwischen dem Vort\u00e4uschen von Reinheit und dem inneren Kampf gegen meine hormonellen Ausbr\u00fcche.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde behaupten, dass vorget\u00e4uschte Disziplin einen gewissen Wert hat. Man wird mit der Zeit reifer, wenn man gut darin ist, Reinheit vorzut\u00e4uschen, und entwickelt eine gewisse Gleichg\u00fcltigkeit, was gut ist; sexuelle Objekte werden Teil der nat\u00fcrlichen Umwelt. Ich kenne pers\u00f6nlich einige Rinpoches, die w\u00e4hrend unserer gemeinsamen Kindheit unter strenger Beobachtung ihrer Lehrer standen. Diese Tulkus lernten, genau wie ich, ein reines Verhalten an den Tag zu legen, w\u00e4hrend sie mir manchmal ihre Fantasien und W\u00fcnsche anvertrauten. Die Jahre sind vergangen, und inzwischen sind sie disziplinierte Praktizierende geworden, sie m\u00fcssen sich nicht mehr verstellen. Man kann also nicht einfach den gesamten Prozess der \u00dcberwachung und Vort\u00e4uschung abtun. Andererseits: nichts vorzut\u00e4uschen \u2013 immer direkt und offen den eigenen W\u00fcnschen und Begehren nachzugeben \u2013, kann einen Menschen auch verderben. Dieser Mangel an Verantwortungsbewusstsein kann dazu f\u00fchren, dass andere ihre Inspiration verlieren.<\/p>\n<p>Dann wiederum kann \u00fcberm\u00e4\u00dfige Heuchelei dazu f\u00fchren, dass man den Kontakt zum grundlegenden authentischen Wesen des Menschseins verliert. Es kann verunsichern und zu dem Schluss f\u00fchren, dass auch andere nicht authentisch sind. Wenn man selbst vort\u00e4uscht, denkt man, dass andere wahrscheinlich auch vort\u00e4uschen. Es macht uns stolz und arrogant, alles verkommt zur Show, sogar sich selbst gegen\u00fcber. Ich glaube, dass Lehrer, die ihre Sch\u00fcler nicht geschickt moralisch und ethisch anleiten k\u00f6nnen, und auf unbedingte Reinheit bestehen, am Ende D\u00e4monen der Heuchelei erschaffen.<\/p>\n<div id=\"attachment_173\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-173\" class=\"wp-image-173 size-medium\" src=\"https:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Dilgo-Khyenste-Rinpoche-and-Lama-Ugyen-Shenpen-300x194.jpg\" alt=\"Kyabje Dilgo Khyentse Rinpoche with Ugyen Shenpen\" width=\"300\" height=\"194\" srcset=\"https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Dilgo-Khyenste-Rinpoche-and-Lama-Ugyen-Shenpen-300x194.jpg 300w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Dilgo-Khyenste-Rinpoche-and-Lama-Ugyen-Shenpen-768x498.jpg 768w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Dilgo-Khyenste-Rinpoche-and-Lama-Ugyen-Shenpen.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-173\" class=\"wp-caption-text\">Kyabje Dilgo Khyentse Rinpoche mit Ugyen Shenpen.<\/p><\/div>\n<p>Als ich etwa sieben Jahre alt war, reiste ich zum gro\u00dfen Rumtek-Kloster in Sikkim, dem Sitz des 16. Karmapa, um von Kalu Rinpoche die vollst\u00e4ndigen Shangpa-Kagy\u00fc-Lehren und Einweihungen zu erhalten. Ich wurde von meinem Lehrern Ugyen Shenpen und Sonam Tashi begleitet. Fast alle bekannten Karma-Kagy\u00fc-Tulkus waren dort, darunter Shamar Rinpoche, Situ Rinpoche und Jamgon Kongtrul Rinpoche.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Kalu Rinpoches Unterweisungen und Einweihungen beeindruckten mich zwei Dinge ganz besonders. Ganz selten zeigte sich der Karmapa auf dem Balkon und schaute durch das Glas zu uns herunter. Er war immer so gro\u00dfartig und majest\u00e4tisch und gleichzeitig sehr einsch\u00fcchternd. Es war eine solche Freude, ihn zu sehen, aber auch sehr be\u00e4ngstigend. Sobald ich nur die kleinste Bewegung hinter dem Glas wahrnahm, starrte ich an die Stelle in der Hoffnung, dass er es w\u00e4re.<\/p>\n<p>Den anderen gro\u00dfen Eindruck machte eine Frau auf mich, die wahrscheinlich \u00e4lter war als meine Mutter. Sie war meine erste Liebe. Da ich ein Mensch war, der von Gewohnheiten unz\u00e4hliger Leben kontrolliert wurde, dazu achtzehn <em>Dhatus <\/em>und zw\u00f6lf <em>Ayatanas <\/em>am Hals hatte, war ich unsterblich bis \u00fcber beide Ohren verliebt. Das Objekt meiner Begierde war zuf\u00e4llig die Mutter eines der nettesten jungen Rinpoches, daher war es eine heikle Situation. Sie nahm zusammen mit ihrem Mann an den Unterweisungen teil. Wenn ich Gef\u00fchle \u2013 Unwissenheit, Begierde, Wut, Stolz \u2013 einstufen m\u00fcsste, w\u00fcrde ich Eifersucht und Stolz ganz unten ansiedeln. Eifersucht ist milde ausgedr\u00fcckt sinnlos. Aber stellt euch vor, ein siebenj\u00e4hriger Junge ist eifers\u00fcchtig auf den Ehemann einer Frau, die \u00e4lter ist als seine Mutter. Ich hatte nicht einmal jemals mit ihr gesprochen. Ich muss sie mit unverhohlenen Gef\u00fchlen angesehen haben, weil ich aber ein kleiner Junge war, sah sie nur ein Kind mit gro\u00dfen Augen. Ich war so vernarrt in sie, dass ich nachts nicht schlafen konnte. Stundenlang lag ich da und stellte mir all die Dinge vor, die ich mit ihr tun k\u00f6nnte \u2013 nichts Sexuelles \u2013, sondern heiraten, in den verschneiten Bergen spazieren gehen, mit dem Doppeldeckerbus fahren und ihr eine Rosenknospe hinters Ohr stecken, alles Szenen, die ich aus Bollywood-Filmen kannte. Wenn ich ein Bollywood-Lied h\u00f6rte, stellte ich mir vor, wir seien es, die singen. Jahre sp\u00e4ter nahm mich Nedup Dorjee mit auf eine Doppeldecker-Tour durch London, und die aufsteigende Erinnerung an jene Tage in Rumtek war mir furchtbar peinlich.<\/p>\n<div id=\"attachment_174\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-174\" class=\"size-full wp-image-174\" src=\"https:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/cbd64f92.jpg\" alt=\"Photo of SHARUKH KHAN and PREITY ZINTA. Fort he Bollywood film VEER-ZAARA being reviewed by Jonathan Curiel.\" width=\"600\" height=\"309\" srcset=\"https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/cbd64f92.jpg 600w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/cbd64f92-300x155.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><p id=\"caption-attachment-174\" class=\"wp-caption-text\">Foto von Sharukh Khan und Preity Zinta. F\u00fcr den Bollywood-Film <em>Veer-Zaara<\/em><\/p><\/div>\n<p>Mit 16 Jahren passierte eine andere Sache. Auch diesmal fand meine Begegnung mit einer Frau nicht in einer Schulcafeteria oder einer sch\u00e4bigen Bar statt, sondern bei einem Dharma-Treffen. Diesmal richtete sich meine Aufmerksamkeit auf eine rothaarige Franz\u00f6sin in den Vierzigern. Sie war aus Paris gekommen, um in Nepal Unterweisungen von Kyabje Dilgo Khyentse Rinpoche zu erhalten, und kleidete sich jeden Tag anders. Manchmal trug sie knielange R\u00f6cke. Sie war es nicht gewohnt, im Schneidersitz zu sitzen, also verschr\u00e4nkte und l\u00f6ste sie st\u00e4ndig ihre Beine, und wenn ich im richtigen Moment hinschaute, konnte ich ihre Schenkel und Str\u00fcmpfe sehen. Sie hatte sehr viele verschiedene Str\u00fcmpfe: Netzstr\u00fcmpfe und Seidenstrumpfhosen. Ich schw\u00e4rmte haupts\u00e4chlich f\u00fcr ihren Stil. Man k\u00f6nnte sagen, dass dies meine Einf\u00fchrung in die franz\u00f6sische Mode war. Ich wusste nicht, dass ihr Lippenstift, Lidschatten und die Schals eine franz\u00f6sische Chose waren. Auch ihr franz\u00f6sischer Akzent klang in meinen Ohren sch\u00f6n. An ihrem unverwechselbaren Parf\u00fcm konnte man immer erkennen, dass sie eingetroffen war. Ich begriff nicht, dass es verf\u00fchrerisch war, weil ich nicht wusste, was Verf\u00fchrung ist.<\/p>\n<p>Ich erinnere mich an all das, aber ich wei\u00df ihren Namen nicht mehr, vielleicht ist sie inzwischen sogar schon tot.<\/p>\n<p>An den Tagen, an denen sie nicht zur Unterweisung kam, suchte ich nach ihr, musste dabei aber vorsichtig sein. Nicht nur meine eigenen Begleiter beobachteten mich, sondern auch viele andere junge Rinpoches, die stets wachsam waren. Weil mein Platz in dem Raum gl\u00fccklicherweise in der N\u00e4he eines Fensters lag, konnte ich ihr Spiegelbild sehen, ohne sie direkt anzuschauen. Dennoch muss sie bemerkt haben, dass ich ihr Aufmerksamkeit schenkte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-176\" src=\"https:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/lady.jpg\" alt=\"lady\" width=\"540\" height=\"540\" srcset=\"https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/lady.jpg 540w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/lady-150x150.jpg 150w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/lady-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><\/p>\n<p>Ich vertraute mich nur einem Freund an, dessen Namen ich nicht nennen kann, und er war vor allem \u00fcberrascht, dass ich ihre Sommersprossen sch\u00f6n fand. Es war ihm unbegreiflich, was ich an dieser Hautkrankheit mochte. Ich konnte mich nur diesem einen Freund anvertrauen, weil er sehr verst\u00e4ndnisvoll war. Ansonsten w\u00e4re mein Gest\u00e4ndnis, dass ich mich f\u00fcr M\u00e4dchen interessierte, insbesondere f\u00fcr ein M\u00e4dchen mit roten Haaren und Sommersprossen im Gesicht, von meinem Umfeld aufgenommen worden, als h\u00e4tte ich gestanden, einem Selbstmordkommando beitreten zu wollen. Es musste also absolut geheim bleiben. Gut, dass die Tibeter die Franz\u00f6sin \u00fcberhaupt nicht sch\u00f6n fanden, denn so konnte ich leicht Desinteresse vort\u00e4uschen. Ich musste meine Gef\u00fchle wirklich verbergen, und gl\u00fccklicherweise war ich darin mittlerweile ein Meister. Die Herausforderung bestand darin, wie ein disziplinierter Rinpoche zu wirken, w\u00e4hrend ich alle m\u00f6glichen Interaktionen mit dieser rothaarigen, bunt gekleideten Frau arrangierte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-177\" src=\"https:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/freckles.jpg\" alt=\"freckles\" width=\"343\" height=\"85\" srcset=\"https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/freckles.jpg 343w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/freckles-300x74.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 343px) 100vw, 343px\" \/><\/p>\n<p>Es war eine \u00e4u\u00dferst interessante Liebesgeschichte, da wir keine gemeinsame Sprache hatten. Ich sprach kaum Englisch und sie sprach auch nur sehr wenig. Ich konnte meinen Begleitern sagen, dass ich bei Dilgo Khyentse Rinpoche war, w\u00e4hrend ich versuchte, mich mit ihr zu unterhalten, aber das erforderte viele Tricks und L\u00fcgen. Die wenigen Male, die wir miteinander kommunizierten \u2013 sie mit ihrem begrenzten Englisch und ich mit Mimik und Handgesten \u2013, musste ich das Gespr\u00e4ch abbrechen und ohne Erkl\u00e4rung davonlaufen. Ich musste wirklich schnell sein. Es hat sie sicher sehr verwirrt. Da sie meine Situation \u00fcberhaupt nicht kannte, lud sie mich zu sich nach Hause zum Tee oder zu Spazierg\u00e4ngen ein, was wohl so eine Art Rendezvous war. Jedoch eine solche Einladung anzunehmen, war schlichtweg unm\u00f6glich. Ich konnte mich nicht einmal f\u00fcr eine Stunde freimachen. Ich konnte kaum auch nur ein zehnmin\u00fctiges Gespr\u00e4ch f\u00fchren. Sie lud mich sogar zu einer Wanderung ein. Sie verstand nicht, dass ich nur auf der Toilette alleine sein durfte, und mir ansonsten entweder Begleiter, M\u00f6nche oder Lamas auf Schritt und Tritt folgten. Und ich war nicht einmal ein hochrangiger Lama. Stellt euch vor, was die hochrangigen Lamas durchgemachen m\u00fcssen. Aber ich glaube, wir begannen mit der Zeit, die Absichten und die Situation des anderen zu verstehen. Da sie erwachsen war, wusste sie, wie man eine Schw\u00e4rmerei erkennt, und da sie aufgeschlossen war, versuchte sie nicht, mich davon abzubringen.<\/p>\n<p>Eines Abends lud uns der franz\u00f6sische Botschafter oder eine franz\u00f6sische Organisation zu einem formellen Abendessen ein. Es fand nicht in der Botschaft statt, sondern in einem Restaurant oder vielleicht einer Art Privatclub. Es waren viele Leute da, darunter auch diese Rothaarige. Anstatt der Einladung zu folgen, waren die anderen Tulkus alle ins Kino gegangen, sodass ich alleine zu dem Abendessen gehen musste. Diese Veranstaltung in Form eines Buffets war eine v\u00f6llig neue Erfahrung f\u00fcr mich. Die meisten von uns wurden drau\u00dfen von nepalesischen Jungen bedient, die Tabletts mit Hors d&#8217;oeuvres herumtrugen. Die Leute liefen hin und her. Die Frau kam auf mich zu, sie muss ein wenig angetrunken gewesen sein, aber damals wusste ich noch nicht einmal, wie man die Wirkung von Alkohol erkennt. Kein tibetisches oder bhutanisches M\u00e4dchen h\u00e4tte es jemals gewagt, sich mir unter Alkoholeinfluss zu n\u00e4hern. Aber wenn ich jetzt dar\u00fcber nachdenke, muss sie beschwipst gewesen sein.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-179 alignleft\" src=\"https:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/garden-bench-surrounded-by-catmint-beautiful-high-impact-and-virtually-no-maintenance.jpg\" alt=\"garden-bench-surrounded-by-catmint-beautiful-high-impact-and-virtually-no-maintenance\" width=\"272\" height=\"356\" srcset=\"https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/garden-bench-surrounded-by-catmint-beautiful-high-impact-and-virtually-no-maintenance.jpg 272w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/garden-bench-surrounded-by-catmint-beautiful-high-impact-and-virtually-no-maintenance-229x300.jpg 229w\" sizes=\"(max-width: 272px) 100vw, 272px\" \/><\/p>\n<p>Wir sa\u00dfen zusammen auf einer Bank in der N\u00e4he einer gro\u00dfen Hecke. Alle waren damit besch\u00e4ftigt, sich zu unterhalten und Getr\u00e4nke und Essen vom Buffettisch auf der anderen Seite des schwach beleuchteten Gartens zu holen. Aber wir standen nicht auf. Die Abwesenheit von Licht und Sprachkenntnissen muss uns geholfen haben, uns miteinander zu verst\u00e4ndigen, denn sie r\u00fcckte immer n\u00e4her an mich heran. Sie sah mich \u00f6fter an als ich sie, denn sobald sie mich ansah, musste ich wegschauen.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich nahm sie meine Hand und legte sie unter ihre Bluse. Ich war schockiert von dieser unerwarteten Geste und wusste nicht, wie ich meine Nervosit\u00e4t verbergen sollte. Mein Instinkt lie\u00df mich meine Hand wegziehen und daran riechen. Das am\u00fcsierte sie, also nahm sie meine Hand, legte sie wieder unter ihre Bluse und sagte mir, ich solle es noch einmal tun. Als ich an diesem Abend nach Hause ging, konnte ich ihre Gesichtscreme auf meiner Haut sp\u00fcren. Am n\u00e4chsten Tag w\u00e4hrend der Unterweisungen war das Gef\u00fchl immer noch da, obwohl ich mein Gesicht gr\u00fcndlich gewaschen hatte, und ich f\u00fchlte mich sehr unwohl und f\u00fcrchtete, dass die Leute es bemerken w\u00fcrden. Ich konnte ihr Parf\u00fcm noch sehr lange an mir riechen.<\/p>\n<p>Wie schrieb Arundhati Roy: \u201eIn jenen fr\u00fchen amorphen Jahren, als das Leben nur aus Anf\u00e4ngen bestand und nichts ein Ende hatte, als alles f\u00fcr immer war &#8230;\u201c<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\"><span>[1]<\/span><\/a>, da begannen die Ph\u00e4nomene des Verliebtseins und das Bed\u00fcrfnis, einen anderen Menschen f\u00fcr sich zu haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\"><span>[1]<\/span><\/a><span> Der Gott der kleinen Dinge.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_divider _builder_version=&#8220;4.16&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_divider][et_pb_post_nav _builder_version=&#8220;4.16&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_post_nav][et_pb_comments _builder_version=&#8220;4.16&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_comments][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In meiner Kindheit konnte man \u00fcberall in Ostbhutan Phallusse sehen. Selbst in unserem Haus gab es Phallusse, in T\u00fcrklinken geschnitzt, als Verzierung auf Suppenkellen und an Gel\u00e4ndern. Sie waren innen und au\u00dfen an die W\u00e4nde gemalt, in verschiedenen Gr\u00f6\u00dfen und Formen. Es gab so viele davon, dass niemand sie wirklich bemerkte. Jungen und M\u00e4dchen, Br\u00fcder [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":3519,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"<p>Crush<\/p><p>When I was growing up in East Bhutan, there were phalluses on display everywhere. Even in our home, you'd find phalluses carved into doorknobs, adorning soup ladles, and on banisters. They were painted on the walls, inside and outside, in different sizes and shapes. There were so many that no one even took notice. Boys and girls, brothers and sisters, monks and nuns, would have casual conversations right in front of these phallic symbols and paintings.<br \/> Bhutanese also liked to make phalluses and vaginas out of dough; this may be the one art that I have mastered. I admit I have made countless sex organs out of chewing gum and pasted them under the tables of countless restaurants around the world. It wasn't just symbols and carvings and paintings. The whole attitude around sex was much more open in this place where I grew up. Outrageous flirting was not considered unwholesome like in other societies. A woman inviting a man to spend time in bed together was as ordinary as inviting for tea. Only later did I realize that \"civilized\" society might find this behaviour barbaric, primitive, and backwards.<br \/> Eventually I myself started to think in this limited this way. After I was labeled as a tulku, it was common for ladies to come to me and open their shirts to expose their bare chests so I could blow on them, because they believe it would ease their pain. Years later, when I returned to East Bhutan and these ladies came with their open shirts, I found myself not being able to look at them. But after a few days, my old childhood chemistry set in and I once again was at ease, the judgmental mind that considered these actions primitive was quieted.<br \/> For better or worse, loss of innocence, if there is such a thing, is inevitable. Innocence loses its purity amidst the murkiness of education and grooming, which leads to hypocrisy. That has been my experience in my personal life.<br \/> Things changed for me 180 degrees when I entered the \"more sophisticated,\" \"decent,\" \"cultured\" realm of the Tibetans, living in labrangs surrounded by monks, rinpoches, khenpos, tulkus, and so on. Like many young Rinpoches, I was raised in the company of mostly celibates. Hardly a day went by without my tutors, who were mostly ordained monks, depicting women as temptresses, obstacles on the path. They would say: If you think girls are appealing and beautiful, it's just because they've washed and groomed themselves. If they stop clipping their nails for a week, they will all look like witches. If they don't brushed their teeth, their mouths will smell like other orifices, if they don't wash their hair, they will grow dreadlocks. Years later, I learned that this male chauvinistic attitude is not rooted in the Dharma, it is a worldly, cultural phenomenon, especially Asian culture, that has been lacquered with the teachings on the Vinaya.<br \/> In public, my tutors were like jealous wives, always checking the direction of my gaze. They would never dream of leaving me alone with a girl, especially if she was from Bhutan or the west, because, in the Tibetans' opinion, girls from Bhutan or the west were promiscuous and dangerous. There were so many hippies in Nepal at that time and \"westerner\" began to mean \"hippie\" which began to mean \"drug taker\" and possibly also mentally unstable. Western girls didn't hunch over, hiding their breasts and covering their behinds like the Tibetans who hid everything. My tutors didn't know what to do with this display. If they saw a western woman wearing jeans that weren't even that tight, they would make disapproving tsk tsk sounds and watch me with extra vigilance.<br \/> They didn't seem to have a clue that their 24-hour surveillance wasn't stopping my curiosity, in fact, it had the opposite effect. But I was such a good pretender, leading them to think I was uninterested, just like when I pretended I didn't like movies.<br \/> Fortunately, my tutors trusted Kyabje Dilgo Khyentse Rinpoche. The moment I was in his care, they would stop guarding me, resting assured I was in good hands. Little did they know, as soon as they left, Rinpoche would start asking me if any beautiful girls had caught my eye. Only recently did I realize Kyabje Dilgo Khyentse Rinpoche's openness and trust was one of the greatest skillful means to train wild beings like me. Otherwise I might have mastered the art of pretense. Pretending to be serene, pure, virginal, innocent, chaste, while inside burning with desire, going crazy alternating between the act of purity and the inner battle to suppress my hormonal eruptions.<br \/> I should say fake discipline has some value. After a while, if you are good at pretending to be pure, you become more mature and an indifferent attitude sets in, which is good; sexual objects become part of the natural environment. I personally know a few rinpoches who were under a lot of scrutiny when we were growing up together, always under the ever watchful eye of their tutors. These tulkus, just like myself, learned to act pure even though they sometimes confided to me about their fantasies and desires. Years have passed and now they have become disciplined practitioners, so they no longer need to pretend. So you can't just write off the whole process of surveillance and fakery.<br \/> Meanwhile, not pretending\u2014just being direct and open about your preferences and desires all the time\u2014can spoil a person. There is a lack of responsibility and this kind of behavior can cause others to lose inspiration.<br \/> On the other hand, out of control faking can lead one to lose touch with the fundamental genuine quality of being human. It can create insecurity, and you end up thinking others are also not genuine. If you are faking, you think others are probably faking. You become proud and pretentious, everything is a show, even to yourself. I think teachers who are not skillful in guiding a student morally and ethically, who insist on purity, end up creating demons of hypocrisy.<br \/> When I was about seven, I went to the grand Rumtek Monastery in Sikkim, the seat of the 16th Karmapa, to receive the complete Shangpa Kagyu teachings and initiations from Kalu Rinpoche. I was accompanied by my tutor Ugyen Shenpen (PHOTO WITH WIFE) and Sonam Tashi. Almost all the known Karma Kagyu tulkus were there, including Shamar Rinpoche, Situ Rinpoche, and Jamgon Kongtrul Rinpoche.<br \/> During that particular teaching and initiation from Kalu Rinpoche, two things left a big impression on me. On rare occasions, the Karmapa would come to the balcony and look down at us through the glass. He was always so magnificent and majestic and at the same time very intimidating. It was such a joy to see him but also so scary. If I detected even the smallest movement I would watch that spot with the hope that it would be him.<br \/> The other big impression was from a woman who was probably older than my mother. She was my first crush. Being a human who was under the control of countless lifetimes of habit, stuck with eighteen dhatus and twelve ayutanas, my infatuation was insurmountable. The object of my crush happened to be the mother of one of the kindest young Rinpoches, so it was a delicate situation.<br \/> She was attending the teachings with her husband. If I have to rank the emotions\u2014ignorance, desire, anger, pride\u2014I would rank jealousy and pride as the lowest. To say that jealousy has no point, is putting it mildly. But imagine, a boy of seven, jealous of a husband of a woman who is older than his mother. I had never even spoken to her. I am sure I must have looked at her with unveiled emotion, but because I was such a young boy, in her mind I was just a kid with big eyes. I was so infatuated with her that at night I couldn't sleep. For hours, while everyone slept, I laid there imagining all the things that I could do with her\u2014nothing sexual\u2014but marriage, walking in the snow mountains, riding double-decker buses and putting a rosebud in her ear, all these scenes I'd referenced from still photos of Bollywood films. If I heard a Bollywood song, I would imagine we were the ones singing. Years later when I went to London, Nedup Dorjee took me on a double-decker tour of London and thinking back on those Rumtek days made me so embarrassed.<br \/> But when I was 16 years old, it was a different story. Yet again my encounter with a lady wasn't in a high school cafeteria or a sleazy bar, but in a Dharma gathering. This time the focus of my attention was a red-headed French woman in her forties. She had come from Paris to receive teachings from Kyabje Dilgo Khyentse Rinpoche in Nepal, and every day she would wear something different. Sometimes she would wear knee length skirts. She wasn't used to sitting cross legged so she was always crossing and uncrossing her legs and if I glanced at the right moment I could see her legs and stockings. She had so many different kinds, fishnets and silky hose. My infatuation with her was mostly about her style. You could say it was my introduction to French fashion. I didn't realize it was a French thing\u2014the lipstick and eye shadow and scarves. Also her French accent sounded good to my ears. You could always tell she had arrived by her distinctive perfume. I didn't realize it was seductive because I didn't know what seduction was.<br \/> I remember all this but I don't remember her name, she might even be dead by now. On the days she didn't come to the teaching, I found myself looking for her but I had to be careful. Not only did I have my own attendants watching me, there were many other young Rinpoches who were ever watchful. But luckily, because of my position in the room near a window, I could see her reflection without looking directly at her. Nevertheless she must have noticed that I was paying attention to her.<br \/> I only confided in one friend, whose name I cannot mention, and he was so surprised that I found her freckles beautiful. He just couldn't understand what I liked about this skin disease. I could only confide in this one friend because he was very understanding, otherwise, confessing to people around me that I was interested girls, especially a girl with red hair and a freckled face, would be like confessing that I wanted to join a suicide bomb squad. It had to be kept absolutely confidential. It was good that the Tibetans didn't think she was beautiful at all because I could easily feign disinterest. I had to really conceal my emotions and luckily by then I had become a master at this. The challenge was to look like a good disciplined rinpoche while arranging interactions of any kind with this redheaded, multicolor dressed woman.<br \/> It was a most interesting courtship because there was no shared language between us. I hardly spoke English and she also spoke very little. I could tell my retinue that I was with Dilgo Khyentse Rinpoche while I was trying to have a conversation with her but it required a lot of tricks and lies. The few times we communicated\u2014her using her limited English and me using mime and hand gestures\u2014I had to cut short and run off with no explanation. I really had to act quickly. She must have been so puzzled. Completely unaware of my situation, she would invite me to her house for tea or to go on walks, which I guess was kind of like asking me on a date. But accepting such an invitation was just not possible at all. I couldn't take leave for even an hour. For me, even to have a conversation for 10 minutes was almost impossible. She even invited me to go trekking with her. She didn't understand that the only place I was allowed to go alone was a toilet, otherwise there were either attendants, monks, or lamas following my every movement. And I wasn't even a high ranking lama. Imagine what the high ranked lamas were going through.<br \/> But I think we slowly began to understand each other's intentions and situations. Because she was an adult, she knew how to recognize a crush and because she was open minded, she didn't try to dissuade me.<br \/> So one night, many of us were invited for a formal dinner by the French ambassador or some French organization. It wasn't at the embassy, it was a restaurant or maybe some kind of private club. There were many people there, including this redhead. Instead of coming to the dinner, the other tulkus all went out to a movie so I had to go alone. This buffet style event was a totally new experience for me. Most of us were served outside by Nepali boys holding trays of hors d'oeuvres. People were roaming around in and out. The woman approached me, she must have been a little bit drunk but I didn't even know what the signs of alcohol were back then. No Tibetan or Bhutanese girl would ever have dared to approach me while drinking. But now that I think back, she must have been.<br \/> We sat together on a bench near a big hedge. Everyone was busy socializing, going for drinks and food at the buffet tables, on the other side of the dimly lit garden, but we didn't get up. The absence of light and language must have helped us to communicate because she had to she move closer and closer to me. She looked at me more than I looked her because the moment she looked at me, I had to look away.<br \/> Suddenly she took my hand and placed it down her shirt. I was shocked by this unexpected gesture, and I didn't know what to do to conceal my nerves. My instinct told me to remove my hand and sniff it. This amused her, so she took my hand and put it down her shirt again and told me to do it again. That night when I went back home I could still feel her face cream on my skin. At the teachings the next day, still it was there even though I had thoroughly washed my face, and I felt so uncomfortable and worried that people would find out. I could smell her perfume on me for so long.<br \/> As Arundati Roy wrote: \"In those early amorphous years when memory had only just begun, when life was full of beginnings and no ends, and everything was forever\u2026\" the phenomena of infatuation and the need to have someone else's existence, began.<\/p>","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"project_category":[88],"project_tag":[],"class_list":["post-3517","project","type-project","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","project_category-episodes"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/project\/3517","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/project"}],"about":[{"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/project"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3517"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/project\/3517\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3519"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3517"}],"wp:term":[{"taxonomy":"project_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/project_category?post=3517"},{"taxonomy":"project_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/project_tag?post=3517"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}