{"id":3581,"date":"2017-11-23T13:20:47","date_gmt":"2017-11-23T13:20:47","guid":{"rendered":"https:\/\/mugwortborn.com\/project\/episode-eleven-a-variety-of-heroes\/"},"modified":"2025-11-16T18:27:53","modified_gmt":"2025-11-16T18:27:53","slug":"episode-eleven-a-variety-of-heroes","status":"publish","type":"project","link":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/project\/episode-eleven-a-variety-of-heroes\/","title":{"rendered":"Episode 11: Eine Vielfalt an Helden"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; admin_label=&#8220;section&#8220; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_row admin_label=&#8220;row&#8220; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Text&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p>Bevor ich zu meiner Ausbildung nach Sikkim geschickt wurde, wuchs ich an abgelegenen Orten in Bhutan auf, haupts\u00e4chlich bei meinen Gro\u00dfeltern und meiner Mutter. Mein Vater arbeitete in Kurseong in der N\u00e4he von Darjeeling als Nachrichtensprecher beim <em>All India Radio<\/em>. Das einzige Radio in unserer Gegend geh\u00f6rte meinem Gro\u00dfvater, der es jedoch nur selten anschaltete, sodass es im Dorf nur wenig Ablenkungen gab. Abends erz\u00e4hlten mir meine Gro\u00dfeltern Geschichten, und so begann ich, etwas \u00fcber die Welt zu lernen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-246\" src=\"https:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/d6228b7eac1eaa3d6b93925ffc18a847-freaking-awesome-jadeite-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/d6228b7eac1eaa3d6b93925ffc18a847-freaking-awesome-jadeite-300x300.jpg 300w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/d6228b7eac1eaa3d6b93925ffc18a847-freaking-awesome-jadeite-150x150.jpg 150w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/d6228b7eac1eaa3d6b93925ffc18a847-freaking-awesome-jadeite.jpg 650w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Meine Gro\u00dfmutter erz\u00e4hlte gerne Geschichten \u00fcber die Lamas und gro\u00dfen Praktizierenden. Das waren nicht nur Geschichtsstunden, sie beschrieb wirklich im Detail, wie die gro\u00dfen Meister lebten, in welchen Gem\u00e4chern sie wohnten, was sie a\u00dfen, wie viele Bedienstete sie hatten. Die Institution der Dalai Lama und anderer Lamas in Tibet waren nicht nur rein spirituell, es umgab sie auch eine gewisse Grandezza, die sich \u00fcber Generationen von wichtigen spirituellen und weltlichen Oberh\u00e4uptern herausgebildet hatte. Ich erinnere mich an Geschichten \u00fcber Seidenteppiche und Jadebecher. Vielleicht f\u00e4llt es gew\u00f6hnlichen Menschen leichter, sich mit der glitzernden weltlichen Seite der Dinge zu identifizieren, weil sie unmittelbarer und offensichtlicher ist.<\/p>\n<p>Allerdings waren die Geschichten meiner Gro\u00dfmutter m\u00f6glicherweise nicht ganz wahrheitsgem\u00e4\u00df, da alles, was sie mir erz\u00e4hlte, aus dritter oder vierter Hand stammte.<\/p>\n<p>Auch mein Gro\u00dfvater Lama Sonam Zangpo erz\u00e4hlte gerne Geschichten. So erz\u00e4hlte er mir, dass er in seiner Jugend einmal 100.000 Mandala-Opfergaben vor der Shakyamuni-Buddha-Statue, bekannt als Jowo, im Jokhang-Tempel in Lhasa dargebracht habe. <em>Jowo <\/em>bedeutet \u00e4lterer Bruder oder edler oder hochrangiger Mann. Es bewegt mich sehr, dass die alten Tibeter solch eine pers\u00f6nliche und menschliche Bezeichnung f\u00fcr Shakyamuni Buddha verwendeten. Diese besondere Jowo-Statue wurde von K\u00f6nig Songtsen Gampo als Teil der Mitgift der chinesischen Prinzessin Wencheng aus der Tang-Dynastie nach Tibet gebracht. Die Tibeter glauben, dass es sich nicht nur um eine Statue aus Stein handelt, sondern dass sie tats\u00e4chlich Shakyamuni aus Fleisch und Blut ist. Auch heute noch werfen sich Pilger aus allen Himmelsrichtungen monatelang und kilometerweit nieder, um Jokhang zu erreichen und Jowo zu huldigen. Mein Gro\u00dfvater war da keine Ausnahme.<\/p>\n<p><div id=\"attachment_247\" style=\"width: 730px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-247\" class=\"wp-image-247\" src=\"https:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/01AHA6EP.jpg\" alt=\"\" width=\"720\" height=\"486\" srcset=\"https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/01AHA6EP.jpg 800w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/01AHA6EP-300x203.jpg 300w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/01AHA6EP-768x518.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><p id=\"caption-attachment-247\" class=\"wp-caption-text\">Die Jowo-Buddha-Statue im Jokhang-Tempel, die Buddha Shakyamuni in Lhasa darstellt.<\/p><\/div><div id=\"attachment_248\" style=\"width: 227px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-248\" class=\"wp-image-248 size-medium\" src=\"https:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/13thDalaiLama6-217x300.jpg\" alt=\"\" width=\"217\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/13thDalaiLama6-217x300.jpg 217w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/13thDalaiLama6-768x1064.jpg 768w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/13thDalaiLama6-739x1024.jpg 739w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/13thDalaiLama6-1080x1496.jpg 1080w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/13thDalaiLama6.jpg 1870w\" sizes=\"(max-width: 217px) 100vw, 217px\" \/><p id=\"caption-attachment-248\" class=\"wp-caption-text\">Der 13. Dalai Lama<\/p><\/div><\/p>\n<p>Einmal, als mein Gro\u00dfvater diese 100.000 Mandala-Opfergabe darbrachte, kam der 13. Dalai Lama, Thubten Gyatso, mit all seinen <em>Tshedung <\/em>(Sekret\u00e4ren), um dem Jowo seine Ehrerbietung zu erweisen. Mein Gro\u00dfvater hatte ein perfektes Ged\u00e4chtnis und konnte alles \u00fcber diese Begegnung in lebhaften Details wiedergeben \u2013 die Sekret\u00e4re mit ihren B\u00e4rten und Schnurrb\u00e4rten, die beeindruckenden Roben, der majest\u00e4tische Auftritt. Der Dalai Lama war von st\u00e4mmigen <em>Dopdops <\/em>(M\u00f6nchsleibw\u00e4chtern) umgeben, die nicht f\u00fcr ihre spirituellen oder akademischen Verdienste, sondern aufgrund ihrer K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe ausgew\u00e4hlt worden waren. Mein Gro\u00dfvater beschrieb auch, wie er Sikyong Reting, Thubten Jamphel Yeshe Gyaltsen, sah, der sp\u00e4ter den 14. Dalai Lama anerkannte. Er sagte, dass Sikyong Reting ein sehr gutaussehender Junge im Teenageralter war. Sp\u00e4ter widerfuhren ihm viele Trag\u00f6dien.<\/p>\n<div id=\"attachment_249\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-249\" class=\"wp-image-249 size-medium\" src=\"https:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/tilopa-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/tilopa-225x300.jpg 225w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/tilopa-768x1024.jpg 768w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/tilopa-1080x1440.jpg 1080w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/tilopa.jpg 1944w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><p id=\"caption-attachment-249\" class=\"wp-caption-text\">Tilopa<\/p><\/div>\n<p>Das waren die Geschichten, mit denen ich aufwuchs, so wie manche Kinder mit M\u00e4rchen aufwachsen, und ich sp\u00fcre noch immer ihren Einfluss. Wenn ich mich an sie erinnere, wird mir klar, dass sie wie Lehrst\u00fccke waren. Obwohl mein Gro\u00dfvater ein Asket in der Tradition von Milarepa war, der ein einfaches Leben lehrte und selbst danach lebte, blickte er niemals herab auf den majest\u00e4tischen Stil und die Pracht vieler gro\u00dfer Bodhisattvas. Meine Gro\u00dfeltern sch\u00e4tzten beide Lebensweisen, die schlichte und die weniger schlichte. Sie erz\u00e4hlten Geschichten von gro\u00dfartigen Gefolgschaften mit ebenso viel Respekt oder sogar noch mehr, wie Geschichten von H\u00f6hlenbewohnern.<\/p>\n<p>Sie sch\u00e4tzten die gleichm\u00fctigen und reinen Anh\u00e4nger des Vinaya-Pfades mit ihrem Anstand und Z\u00f6libat ebenso wie sie den Weg der gro\u00dfen Yogis verehrten, die scheinbar wild und unkonventionell waren. Uns wurde beigebracht, Kashyapa, Shariputra, Tilopa und Naropa als Helden zu sehen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig wurden halb lachend halb ehrf\u00fcrchtig Geschichten \u00fcber den &#8218;Heiligen Irren&#8216; Drukpa Kuenley zum Besten gegeben, der seinen Penis nach oben band, um als Nonne in einem Nonnenkloster leben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<div id=\"attachment_250\" style=\"width: 285px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-250\" class=\"wp-image-250 size-medium\" src=\"https:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/16-karmapa-Copy-Copy-275x300.jpg\" alt=\"\" width=\"275\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/16-karmapa-Copy-Copy-275x300.jpg 275w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/16-karmapa-Copy-Copy.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 275px) 100vw, 275px\" \/><p id=\"caption-attachment-250\" class=\"wp-caption-text\">Seine Heiligkeit, der 16. Karmapa, bei einer Schwarzhut-Zeremonie.<\/p><\/div>\n<p>Eine Geschichte, die mich als Kind am meisten faszinierte, handelte vom fliegenden Hut von Rangjung Rigpe Dorje, dem 16. Karmapa. Einige Leute wiesen mich damals darauf hin, dass die Art und Weise, wie der Karmapa seinen Hut w\u00e4hrend der Zeremonien hielt, etwas Besonderes war. Sie sagten, wenn er ihn nicht festhielte, w\u00fcrde er wegfliegen. Wie man auf Fotos von ihm auf dem Thron sehen kann, sitzt er oft da, mit einer Hand an seiner schwarzen Krone. Eine Theorie besagt, dass der Hut aus den Haaren von 100.000 Dakinis gewebt wurde, und da sie fliegende Wesen sind, k\u00f6nne auch der Hut fliegen.<\/p>\n<p>Nachdem ich als Tulku inthronisiert worden war, hatte ich das gro\u00dfe Gl\u00fcck, den 16. Karmapa pers\u00f6nlich zu treffen. Ich war damals 6 oder 7 Jahre alt. Das Rumtek-Kloster lag ganz in der N\u00e4he des Palastklosters des Maharadschas von Sikkim in Gangtok, wo ich unterrichtet wurde. (In den sp\u00e4ten 1960er Jahren war Sikkim noch ein unabh\u00e4ngiges K\u00f6nigreich.) Mein Lehrer Lama Chogden und mein Begleiter Tashi Namgyal verbrachten Tage vor meinem ersten Besuch damit, mir beizubringen, wie man sich vor Seiner Heiligkeit niederwirft und ihm auf die richtige Weise einen zeremoniellen Schal \u00fcberreicht.<\/p>\n<div id=\"attachment_251\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-251\" class=\"wp-image-251 size-medium\" src=\"https:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/1-215-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/1-215-200x300.jpg 200w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/1-215.jpg 399w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><p id=\"caption-attachment-251\" class=\"wp-caption-text\">Der Karmapa.<\/p><\/div>\n<p>Auf der Fahrt von Gangtok nach Rumtek hatte ich ein Kribbeln im Bauch. Als wir uns n\u00e4herten, \u00fcberpr\u00fcfte ich impulsiv meine Roben, um sicherzustellen, dass alles in Ordnung war, obwohl mir niemand gesagt hatte, dass ich das tun sollte. Der Karmapa war eine derart makellose Verk\u00f6rperung des Segens, dass seine majest\u00e4tische Ausstrahlung uns schon auf dem Weg zum Kloster in den Bann zog. Sp\u00e4ter erfuhr ich, dass diese Qualit\u00e4t noch eine andere Seite hatte.<\/p>\n<p>Als ich Seine Heiligkeit den Karmapa zum ersten Mal erblickte, war ich nicht nur von ihm als Person \u00fcberw\u00e4ltigt, sondern auch von seiner Umgebung. F\u00fcr seine unz\u00e4hligen Besucher, von einfachen B\u00fcrgern bis hin zu W\u00fcrdentr\u00e4gern, wurde jedes Detail mit besonderer Sorgfalt und Aufmerksamkeit gestaltet. Selbst in diesem jungen Alter war ich voller Ehrfurcht.<\/p>\n<p>Nach dem ersten Mal besuchten wir ihn regelm\u00e4\u00dfig. Manchmal wurden wir in Gruppen empfangen, und mehrmals war au\u00dfer mir niemand sonst da. Wir trafen uns in seinen Gem\u00e4chern, wo er auf etwas sa\u00df, das wie ein Bett, aber auch wie ein Thron aussah, aufwendig bemalt und diagonal aufgestellt. Vor ihm stand ein Tisch, und auf einer Seite waren Reihen von Sitzgelegenheiten im tibetischen Stil. In der Mitte lag ein sehr gro\u00dfer Teppich, der gr\u00f6\u00dfte, den ich je gesehen hatte. Seine gesamte Einrichtung in Rumtek war einfach unglaublich. Er hatte unendlich viele kostbare Dinge in seinem Zimmer. Lama Chogden und Tashi Namgyal machten immer eine gro\u00dfe Sache aus diesen Treffen, genau wie beim ersten Mal. Der Besuch beim Karmapa war immer etwas, worauf man sich freuen konnte, auch weil die Mahlzeiten so oppulent waren. Unsere Khyentse Labrang war nicht wohlhabend, und wir hatten solche Speisen noch nie gesehen. Aber im Hinterkopf wusste ich auch, dass es vielleicht eine Chance auf eine \u201eAudienz mit dem Hut\u201c geben w\u00fcrde, und das fand ich sehr aufregend.<\/p>\n<div id=\"attachment_242\" style=\"width: 269px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-242\" class=\"wp-image-242 size-medium\" src=\"https:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/kongtrul_rinpoche-259x300.jpg\" alt=\"\" width=\"259\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/kongtrul_rinpoche-259x300.jpg 259w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/kongtrul_rinpoche.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 259px) 100vw, 259px\" \/><p id=\"caption-attachment-242\" class=\"wp-caption-text\">Jamgon Kongtrul Rinpoche<\/p><\/div>\n<p>Die Hut-Zeremonien fanden in einem wundersch\u00f6nen Raum des Klosters statt, der von Weihrauch durchdrungen war. Wir beteten zu Avalokiteshvara, w\u00e4hrend wir auf die Ankunft Seiner Heiligkeit warteten, denn er war bekannt als die Inkarnation des Bodhisattvas des Mitgef\u00fchls. Zuerst kam eine Prozession seiner Begleiter herein \u2013 \u00e4u\u00dferst w\u00fcrdevoll \u2013 darunter hochrangige Tulkus wie der dritte Jamgon Kongtrul Rinpoche und viele andere. Dann kamen die Trompeter, die Seine Heiligkeit in den Raum f\u00fchrten. Er trug seinen <em>Dakshu, <\/em>den Karma-Kagy\u00fc-Hut, der aus gl\u00e4nzendem Goldfaden gefertigt war. Ihm folgte ein weiterer Begleiter, der die ber\u00fchmte schwarze, in wundersch\u00f6ne Seide geh\u00fcllte Hutbox trug. Der Begleiter trug einen Schal \u00fcber der Schulter und bedeckte respektvoll seinen Mund mit seiner Robe, damit er nicht auf den Hut atmete.<\/p>\n<p>Ausschlie\u00dflich Seine Heiligkeit durfte die Hutschachtel \u00f6ffnen, niemand sonst. Dies war der Moment, auf den ich sehns\u00fcchtigst gewartet hatte. In meiner kindlichen Vorstellung war ich \u00fcberzeugt, dass der Hut beim \u00d6ffnen der Hutschachtel von selbst herausfliegen w\u00fcrde. Ich nahm an mehreren dieser Hutzeremonien teil, und jedes Mal, wenn Seine Heiligkeit die Hutschachtel \u00f6ffnete, beobachtete ich aufmerksam, ob sich der Hut bewegen w\u00fcrde. Aber irgendwie bewegte sich der Karmapa mit solcher Anmut, dass er seinen gelben Hut schnell und nahtlos durch den schwarzen Hut ersetzte; es gab keinen Moment, in dem er nicht die Kontrolle hatte. Lange Zeit hatte ich keinen Zweifel daran, dass der schwarze Hut davonfl\u00f6ge, wenn man ihn freilie\u00dfe.<\/p>\n<p>Als Kind faszinierte mich zudem, dass diese majest\u00e4tische, makellose Verk\u00f6rperung des Segens sich auch ganz normal verhalten konnte. Er benutzte eine wirklich vulg\u00e4re Sprache. Wenn einer seiner Begleiter einen Fehler machte, sagte er etwa <em>\u201eparo saju\u201c, <\/em>was so viel bedeutet wie \u201eiss den Leichnam deines toten Vaters\u201c. Und er richtete sich an andere angesehene Rinpoches in einer famili\u00e4ren oder einfachen Sprache, wie zum Beispiel<em> \u201ekhorey\u201c, <\/em>was so viel bedeutet wie \u201ehey du\u201c. Das tat er sogar mit Kyabje Dilgo Khyentse Rinpoche.<\/p>\n<p>Noch schockierender war etwas anderes, das aus seinem Mund kam. Eine meiner deutlichsten Erinnerungen an den Karmapa war, wie er von Zeit zu Zeit ein St\u00fcck Papier unter seinem Tisch hervorholte und seinen Speichel darauf sammelte. Der Speichel war schwarz. Ich war fasziniert. Die Dudjom-Seite meiner Familie, die Seite meines Vaters, war immer sehr gegen Tabak, und hier war dieser hohe Lama, der in der \u00d6ffentlichkeit Tabak kaute. Ich fragte Lama Chogden: \u201eWarum kaut der Karmapa Tabak? Ist das nicht etwas Schlimmes?&#8220;<\/p>\n<p>Lama Chogden antwortete: \u201eGew\u00f6hnliche Wesen wie wir werden niemals verstehen, wie und warum diese gro\u00dfartigen Wesen auf Erden wandeln, selbst wenn wir \u00fcber \u00c4onen hinweg versuchten, dies zu begreifen.\u201c Er riet mir, nicht zu urteilen.<\/p>\n<p>Das fiel mir nicht schwer. Ich wei\u00df nicht, ob es Hingabe war, aber m\u00fchelos und ohne einen einzigen Zweifel sp\u00fcrte ich, dass Seine Heiligkeit mich immer besch\u00fctzen w\u00fcrde. Dieses Gef\u00fchl hat nie nachgelassen. Er war nicht nur ein gro\u00dfer Lama, sondern auch ein m\u00e4chtiger K\u00f6nig.<\/p>\n<div id=\"attachment_244\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-244\" class=\"wp-image-244 size-large\" src=\"https:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/86_The-sixteenth-Karmapa-with-the-tulkus-at-Ka-Nying-Shedrub-Ling-Monastery-1024x744.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"744\" srcset=\"https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/86_The-sixteenth-Karmapa-with-the-tulkus-at-Ka-Nying-Shedrub-Ling-Monastery.jpg 1024w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/86_The-sixteenth-Karmapa-with-the-tulkus-at-Ka-Nying-Shedrub-Ling-Monastery-300x218.jpg 300w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/86_The-sixteenth-Karmapa-with-the-tulkus-at-Ka-Nying-Shedrub-Ling-Monastery-768x558.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-244\" class=\"wp-caption-text\">Versammlung in Ka-Nying Shedrup Ling.<\/p><\/div>\n<p>Einmal besuchte ich Seine Heiligkeit in Nepal im Ka-Nying Shedrup Ling. Wir sa\u00dfen allein in seinen Gem\u00e4chern, als er mich pl\u00f6tzlich lange anstarrte. Dann hob er ein kleines Reh aus Holz hoch, gab es mir und sagte: \u201eIch hoffe, dass du so mitf\u00fchlend und liebevoll sein wirst wie dieses Reh.\u201c Nach einiger Zeit w\u00e4hlte er einen Marmorl\u00f6wen aus und sagte: \u201eIch hoffe, du wirst so furchtlos sein wie dieser L\u00f6we.\u201c Den L\u00f6wen habe ich noch, aber das Reh ging verloren. Wahrscheinlich habe ich auch das Mitgef\u00fchl verloren.<\/p>\n<div id=\"attachment_243\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-243\" class=\"wp-image-243 size-medium\" src=\"https:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/933A4DE9-D7E0-402B-8E01-EAB9DAF96FD3-563-0000005FC609F859_tmp-300x283.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"283\" srcset=\"https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/933A4DE9-D7E0-402B-8E01-EAB9DAF96FD3-563-0000005FC609F859_tmp-300x283.jpg 300w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/933A4DE9-D7E0-402B-8E01-EAB9DAF96FD3-563-0000005FC609F859_tmp-768x725.jpg 768w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/933A4DE9-D7E0-402B-8E01-EAB9DAF96FD3-563-0000005FC609F859_tmp-1024x967.jpg 1024w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/933A4DE9-D7E0-402B-8E01-EAB9DAF96FD3-563-0000005FC609F859_tmp-1080x1020.jpg 1080w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/933A4DE9-D7E0-402B-8E01-EAB9DAF96FD3-563-0000005FC609F859_tmp.jpg 1144w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-243\" class=\"wp-caption-text\">Der L\u00f6we, den der 16. Karmapa Rinpoche in Nepal schenkte.<\/p><\/div>\n<p>Aber ich versuche, mich mit dieser Vogelgeschichte zu tr\u00f6sten:<\/p>\n<p>Der Karmapa sammelte viele exotische V\u00f6gel. Als ich ihn einmal in Nepal besuchte, entfloh einer seiner V\u00f6gel aus seinem K\u00e4fig. Dieser sehr kleine, teure blaue Vogel war ihm von einem wohlhabenden G\u00f6nner geschenkt worden und ben\u00f6tigte einen speziellen K\u00e4fig, eine Klimaanlage und alle m\u00f6gliche besondere Pflege. Alle M\u00f6nche und Tulkus jagten wie verr\u00fcckt hinter ihm her und versuchten, ihn zu fangen. Ich stand einfach neben dem Karmapa und sah zu. Pl\u00f6tzlich flog der Vogel herab und lie\u00df sich auf meiner Schulter nieder. Der Karmapa war so gl\u00fccklich wie ein Kind. Er dankte mir, als h\u00e4tte ich tats\u00e4chlich absichtlich etwas unternommen, um den Vogel zu fangen. Er sagte: \u201eEs bedeutet, dass du in der Vergangenheit Bodhichitta praktiziert hast.\u201c Das hinterlie\u00df einen tieferen Eindruck als all die Philosophie, die ich jahrelang studiert hatte.<\/p>\n<p>Die N\u00e4he zu Seiner Heiligkeit und meine spezielle Kinderstube haben mich gelehrt, nicht in Extreme zu verfallen. Wenn Kinder mit verschiedenen Arten von Helden in Ber\u00fchrung kommen, verwirrt sie das nicht, sondern schafft die Grundlage f\u00fcr Nicht-Dualit\u00e4t.<\/p>\n<p><div id=\"attachment_252\" style=\"width: 917px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-252\" class=\"wp-image-252 size-large\" src=\"https:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/birdinhand-907x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"907\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/birdinhand-907x1024.jpg 907w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/birdinhand-266x300.jpg 266w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/birdinhand-768x867.jpg 768w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/birdinhand-1080x1220.jpg 1080w\" sizes=\"(max-width: 907px) 100vw, 907px\" \/><p id=\"caption-attachment-252\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Pawo Choying Dorji<\/p><\/div>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bevor ich zu meiner Ausbildung nach Sikkim geschickt wurde, wuchs ich an abgelegenen Orten in Bhutan auf, haupts\u00e4chlich bei meinen Gro\u00dfeltern und meiner Mutter. Mein Vater arbeitete in Kurseong in der N\u00e4he von Darjeeling als Nachrichtensprecher beim All India Radio. Das einzige Radio in unserer Gegend geh\u00f6rte meinem Gro\u00dfvater, der es jedoch nur selten anschaltete, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":3582,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"Before I was sent away to Sikkim for my training, I was raised in remote villages in Bhutan, mostly by my grandparents and my mother. My father was away working in Kurseong, near Darjeeling, as an All India Radio announcer and newsreader. The only radio around was owned by my grandfather, who rarely used it, so there were few distractions in the village. In the evenings, my grandparents would tell stories and this is how I started to learn about the world.\r\n\r\n<img class=\"alignleft size-medium wp-image-246\" src=\"https:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/d6228b7eac1eaa3d6b93925ffc18a847-freaking-awesome-jadeite-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" \/>My grandmother liked to tell stories about the lamas and great practitioners. These were not just history lessons, she would really go into detail about how the great masters lived, what kind of rooms they stayed in, what they ate, how many attendants they had. The institution of the Dalai Lamas and others in Tibet were not only spiritual, there was this grandeur, a byproduct of generations of lamas playing an important role in both spiritual and secular matters. I remember stories of silk carpets and jade cups. Maybe it's easier for ordinary people to relate to the glittering worldly side of things because it was more immediate and apparent. Mind you, the tales my grandmother told me may not have been correct since everything she told me she had heard third- or fourth-hand.\r\n\r\nMy grandfather Lama Sonam Zangpo also liked to tell stories. He told me that when he was young he once made 100,000 mandala offerings in front of the Shakyamuni Buddha statue, known as Jowo, at the Jokhang Temple in Lhasa. <em>Jowo<\/em> means elder brother or noble or high-ranking man. It is so touching that the ancient Tibetans used such a personal and human label when referring to Shakyamuni Buddha. This particular Jowo statue was brought to Tibet by King Songtsen Gampo as part of the dowry of the Chinese Princess Wencheng of the Tang Dynasty. Tibetans believe that it is not just a statue made of stone, but that in fact it is Shakyamuni in flesh and blood. Even today, pilgrims from the ten directions prostrate for months and miles, aiming to reach Jokhang to pay homage to Jowo. My grandfather was no exception.\r\n\r\n[caption id=\"attachment_247\" align=\"aligncenter\" width=\"720\"]<img class=\"wp-image-247\" src=\"https:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/01AHA6EP.jpg\" alt=\"\" width=\"720\" height=\"486\" \/> The Jowo Buddha Statue in the Jokhang Temple, representing Buddha Shakyamuni in Lhasa.[\/caption]\r\n\r\n[caption id=\"attachment_248\" align=\"alignleft\" width=\"217\"]<img class=\"wp-image-248 size-medium\" src=\"https:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/13thDalaiLama6-217x300.jpg\" alt=\"\" width=\"217\" height=\"300\" \/> The 13th Dalai Lama[\/caption]\r\n\r\nOne time when my grandfather was doing this 100,000 mandala offering, the 13th Dalai Lama, Thubten Gyatso, with all his <em>tshedung<\/em> (secretaries), came to pay homage to the Jowo. My grandfather had a perfect memory and could convey everything about this encounter with vivid detail \u2013 the secretaries with their beards and mustaches, the impressive robes, the display of majesty. The Dalai Lama was surrounded by burly <em>dopdops<\/em> (monk bodyguards), who were selected not for their spiritual or academic merits but for their height. He also described seeing Sikyong Reting, Thubten Jamphel Yeshe Gyaltsen, who later recognized the 14th Dalai Lama. My grandfather said that Sikyong Reting was a very handsome boy in his teens, although years later, he faced many tragedies.\r\n\r\n&nbsp;\r\n<div class=\"mceTemp\"><\/div>\r\n\r\n[caption id=\"attachment_249\" align=\"alignleft\" width=\"225\"]<img class=\"wp-image-249 size-medium\" src=\"https:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/tilopa-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" \/> Tilopa[\/caption]\r\n\r\nThese were the stories I grew up with, the way some children grow up with fairytales, and I still feel their influence. As I recall these stories, I am realizing that there is a lesson to be learned. Even though my grandfather was an ascetic in the lineage of Milarepa, who taught simple living and lived as he taught, he never looked down condescendingly on the majestic style and splendor of many of the great bodhisattvas. My grandparents valued both ways of living, the simple and not so simple. They told tales of grand entourages with just as much respect, or even more, as tales of cave dwellers. They appreciated the serene and pure vinaya path followers, with their emphasis on decency and celibacy, just as they revered the path of the great yogis who were seemingly wild and unconventional. We were taught to regard Kashyapa, Shariputra, Tilopa, and Naropa as heroes. At the same time, stories of the divine madman, Drukpa Kuenley, tying up his penis and posing as a nun so he could live in a nunnery, were told with humor and reverence.\r\n\r\n[caption id=\"attachment_250\" align=\"alignleft\" width=\"275\"]<img class=\"wp-image-250 size-medium\" src=\"https:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/16-karmapa-Copy-Copy-275x300.jpg\" alt=\"\" width=\"275\" height=\"300\" \/> His Holiness the 16th Karmapa at a Black Hat ceremony.[\/caption]\r\n\r\nOne story that most intrigued me as a child was about the flying hat of Rangjung Rigpe Dorje, the 16th Karmapa. A few people I was hanging around at that time pointed out that there was something special about how the Karmapa held his hat during ceremonies. They said that if he didn\u2019t hold on to it, it would fly away. As you can see in photos of him on the throne, he is often seated with one hand lifted to his black crown. One theory was that it had been woven from the hair of 100,000 dakinis, and since they are creatures of flight, the hat could fly.\r\n\r\nAfter I was enthroned as a tulku, I had the great fortune of meeting the 16th Karmapa in person. I was 6 or 7 years old. Rumtek Monastery was quite near where I was being groomed at the Maharaja of Sikkim\u2019s palace monastery in Gangtok. (In the late 1960s, Sikkim was still an independent kingdom.) My tutor, Lama Chogden, and my attendant, Tashi Namgyal, spent days before my first visit teaching me how to prostrate and the proper way to offer a ceremonial scarf to His Holiness.\r\n\r\n[caption id=\"attachment_251\" align=\"alignleft\" width=\"200\"]<img class=\"wp-image-251 size-medium\" src=\"https:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/1-215-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" \/> The Karmapa.[\/caption]\r\n\r\nOn the drive from Gangtok to Rumtek, there was a feeling of butterflies in my stomach. As we approached, I had a natural impulse to check my robes and make sure that everything was proper, even though no one had told me to do so. The Karmapa was such a stainless embodiment of the blessings, he exuded a majestic quality that reached us even as we were still on the road to the monastery. Later, I learned that there was another side to this quality.\r\n\r\nWhen I first laid eyes on His Holiness the Karmapa, I was overwhelmed not just by him as a person but by all of his surroundings. Special care and attention had been paid to every detail for his endless visitors, from commoners to dignitaries. Even at that age, I had a strong feeling of awe.\r\n\r\nAfter that first time, we made frequent visits. Sometimes we were received in groups, and several times there was no one else but me. We would meet in his chambers where he sat on something that was like an bed but also a throne, elaborately painted and diagonally situated. He had a table in front of him and on one side there were rows of Tibetan style seating. In the center was a very big carpet, the biggest I had ever seen. His whole setup at Rumtek was just amazing. He had so many precious things in his room. Lama Chogden and Tashi Namgyal would always make such a big deal out of these meetings, just like the first time. Visiting the Karmapa was always something to look forward to, partly because the meals were so elaborate. Our Khyentse Labrang was not well off and we never saw that kind of food. But also at the back of my mind I knew that there might be a chance for an \u201caudience with the hat,\u201d and that was so exciting for me.\r\n\r\n[caption id=\"attachment_242\" align=\"alignleft\" width=\"259\"]<img class=\"wp-image-242 size-medium\" src=\"https:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/kongtrul_rinpoche-259x300.jpg\" alt=\"\" width=\"259\" height=\"300\" \/> Jamgon Kongtrul Rinpoche[\/caption]\r\n\r\nHat ceremonies took place in a beautiful room at the monastery, permeated with the scent of burning incense. We chanted prayers to Avalokiteshvara as we waited for His Holiness to arrive, for he was known to be Avalokiteshvara in the flesh. First came a procession of his attendants\u2014so dignified\u2014including highly-ranked tulkus like the third Jamgon Kongtrul Rinpoche and many others. Then came the trumpeters who led His Holiness into the room. He wore his <em>dakshu<\/em>, the Karma Kagyu hat, made out of shiny golden thread. He was followed by another attendant, who carried the famous black-hat box, wrapped in beautiful silk. The attendant wore a scarf on his shoulder and respectfully covered his mouth with his robe, lest he breathe on the hat.\r\n\r\nThe opening of the box was done by His Holiness and no one else. This was the moment I so eagerly awaited. In my kid\u2019s mind, I was convinced that when the hat box was opened the hat would fly out on its own. I went to several of these hat ceremonies, and every time, just as His Holiness opened the hat box, I watched closely for the hat to make its move. But somehow the Karmapa moved with such grace, swiftly and seamlessly replacing his yellow hat with\u00a0 the black hat; there was never a moment when he wasn\u2019t in control. For a long time, I had no doubt that the black hat would fly, if only it were set free.\r\n\r\nAnother fascination to me as a child was that this majestic, stainless embodiment of the blessings could also act so normal. He used really foul language. If one of his attendants made a mistake, he might say <em>\u201cparo saju,\u201d<\/em> which means \u201ceat your dead father\u2019s body.\u201d And he would address other respected rinpoches with familiar or base language, like\u00a0<em>\u201ckhorey,\u201d<\/em> which is similar to saying \u201chey you.\u201d And he would do this even with Kyabje Dilgo Khyentse Rinpoche.\r\n\r\nEven more shocking was something else that came out of his mouth. One of my most distinct memories of the Karmapa was how, from time to time, he would take a piece of paper from under his table and collect his spit. The spit was black. I was so intrigued. The Dudjom side of my family, my father\u2019s side, has always been very anti-tobacco, and here was this high lama chewing tobacco in public. I asked Lama Chogden, \u201cWhy would the Karmapa chew tobacco? Isn\u2019t it a really bad thing to do?\u201d Lama Chogden replied, \u201cOrdinary beings like us, even if we tried for eons to understand how and why these great beings walk in this earth, we will never understand.\u201d He told me that I should not have a judgmental mind.\r\n\r\nThis was not difficult for me to do. I don\u2019t know whether it was devotion, but without effort and without a single doubt I felt that His Holiness would always protect me. That feeling has never waned. He was not only a great lama, he was also a powerful king.\r\n\r\n[caption id=\"attachment_244\" align=\"aligncenter\" width=\"1024\"]<img class=\"wp-image-244 size-large\" src=\"https:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/86_The-sixteenth-Karmapa-with-the-tulkus-at-Ka-Nying-Shedrub-Ling-Monastery-1024x744.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"744\" \/> A gathering at Ka-Nying Shedrup Ling.[\/caption]\r\n\r\nOnce I visited His Holiness in Nepal at Ka-Nying Shedrup Ling. We were sitting alone in his quarters and suddenly he stared at me for a long\u00a0time. He then lifted a small wooden statue of a deer and gave it to me, saying, \"I hope that you will be as compassionate and loving as this deer.\" After some time he selected a marble lion and said, \"I hope you will be as fearless as this lion.\" I still have the lion, but the deer is lost. Probably I have lost the compassion too.\r\n\r\n[caption id=\"attachment_243\" align=\"aligncenter\" width=\"300\"]<img class=\"wp-image-243 size-medium\" src=\"https:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/933A4DE9-D7E0-402B-8E01-EAB9DAF96FD3-563-0000005FC609F859_tmp-300x283.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"283\" \/> The lion that the 16th Karmapa gave to Rinpoche in Nepal.[\/caption]\r\n\r\nBut I try to placate myself with this bird story:\r\n\r\nThe Karmapa collected many exotic birds. Once when I was visiting him in Nepal, one of his birds escaped from its cage. This very small expensive blue bird had been offered by a wealthy patron and it needed a special cage and air conditioning and all kinds of special treatment. All the monks and tulkus were chasing it around like crazy trying to catch it.\u00a0 I was just standing near the Karmapa, just watching. Suddenly the bird flew down and rested on my shoulder. The Karmapa was so happy, like a child. He thanked me as if I had actually intentionally done something to catch the bird. He said, \u201cThis means you have practiced bodhicitta in the past.\u201d That made a deeper impression than all the philosophy that I studied for years and years.\r\n\r\nBeing around His Holiness, and also having this particular upbringing, ingrained in me the importance of not falling into extremes. Exposing children to different kinds of heroes is not about confusing the child, but about laying a foundation of nonduality.<a href=\"#_ftnref\" name=\"_ftn1\"><\/a>\r\n\r\n[caption id=\"attachment_252\" align=\"aligncenter\" width=\"907\"]<img class=\"wp-image-252 size-large\" src=\"https:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/birdinhand-907x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"907\" height=\"1024\" \/> Photo by Pawo Choying Dorji[\/caption]","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"project_category":[88],"project_tag":[],"class_list":["post-3581","project","type-project","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","project_category-episodes"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/project\/3581","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/project"}],"about":[{"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/project"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3581"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/project\/3581\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3582"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3581"}],"wp:term":[{"taxonomy":"project_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/project_category?post=3581"},{"taxonomy":"project_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/project_tag?post=3581"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}