{"id":3665,"date":"2022-06-09T15:33:50","date_gmt":"2022-06-09T15:33:50","guid":{"rendered":"https:\/\/mugwortborn.com\/project\/episode-eighteen-waiting-for-fudo\/"},"modified":"2025-11-17T20:18:50","modified_gmt":"2025-11-17T20:18:50","slug":"episode-eighteen-waiting-for-fudo","status":"publish","type":"project","link":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/project\/episode-eighteen-waiting-for-fudo\/","title":{"rendered":"Episode 18: Warten auf Fudo"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; admin_label=&#8220;section&#8220; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_row admin_label=&#8220;row&#8220; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Text&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p>Herr Mao war ein gro\u00dfer, breitschultriger, gut gebauter Chinese. Er war bereits \u00fcber siebzig Jahre alt und hatte bis auf einen d\u00fcnnen grauen Haaransatz, der von einem Ohr zum anderen reichte, eine Glatze. Dennoch verliehen ihm seine frische, rosige Hautfarbe und sein verschmitztes Grinsen die Aura eines schelmischen Teenagers, der st\u00e4ndig in Schwierigkeiten geriet.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens unterschied sich mein Herr Mao ziemlich von dem anderen Herr Mao aus Hunan, der ber\u00fchmt wurde, weil er Millionen Chinesen aus den Fesseln der grausamen Feudalherrschaft befreit hatte, und ber\u00fcchtigt f\u00fcr die kaltherzige, unumkehrbare Dummheit der Kulturrevolution.<\/p>\n<p>Mein Herr Mao stammte aus Tai Chung in Taiwan und war Anh\u00e4nger des Buddhadharma. Da seine Weltanschauung von taoistischen \u00dcberzeugungen durchdrungen war, vermute ich, dass er erst relativ sp\u00e4t im Leben zum Buddhismus gefunden hatte. Andererseits war er alles andere als ein Vollblut-Taoist (was unter Chinesen h\u00e4ufig anzutreffen ist), aber ich habe nie den Mut aufgebracht, ihn dazu zu befragen. Als ich Herrn Mao kennenlernte, hatte er eine fast schamanistische Art des taoistischen Denkens angenommen, die mit einem Hauch buddhistischer Bestrebungen daherkam, welche er erheblich anreicherte, als die Taiwaner begannen, sich ganz im Trend f\u00fcr den erneut wiederentdeckten tantrischen Buddhismus zu begeistern.<\/p>\n<p>Die Taiwaner sind ein ungew\u00f6hnlich herzliches Volk, und diese Herzlichkeit soll ein Erbe des Konfuzianismus sein. Es gibt sogar ein Wort daf\u00fcr: \u201eRen-ai\u201c. Wenn man sich eine Karte von Taiwan ansieht, findet man die Gemeinde Ren-ai, den Bezirk Ren-ai, Ren-ai-Restaurants und sogar eine Ren-ai-Stra\u00dfe in Taipeh. Herr Mao strahlte <em>ren-ai<\/em> aus. Er war warmherzig, freundlich und gro\u00dfz\u00fcgig und widmete sich ganz Buddhas Dharma. Aber er hatte auch eine gro\u00dfe Schw\u00e4che. Es war ihm fast unm\u00f6glich, gutem Essen und gro\u00dfen Mengen an hochprozentigem Alkohol zu widerstehen. Asiaten, und vor allem chinesische Buddhisten, beurteilen oft anhand des Verhaltens einer Person (gute Buddhisten essen kein Fleisch und trinken keinen Alkohol usw.), ob sie ein echter Buddhist ist, und nicht danach, wie oft sie \u00fcber die Verg\u00e4nglichkeit und die Illusion des Lebens nachdenkt. Das Verhalten und das gute Benehmen, ihr eigenes und das anderer, ist ihr Ma\u00dfstab f\u00fcr einen \u201eguten\u201c Buddhisten, nicht das Spektrum der \u201erichtigen\u201c Sichtweise eines Menschen. Kein Wunder, dass Herr Mao verlegen err\u00f6tete, wenn er sich mit schwerem Essen vollgestopft oder mit Sake betrunken hatte, als wollte er sagen: \u201eIch wei\u00df, ich wei\u00df, und es ist wahr. Ich bin wirklich der schlechteste Buddhist auf Erden.\u201c<\/p>\n<p>1984 war ich noch jung und begann gerade, die Welt au\u00dferhalb meiner himalayischen Heimat zu erkunden. Ich habe mich oft gefragt, ob meine Begeisterung f\u00fcr alles, was nicht ganz ethisch oder gesund war, mich zu Herrn Mao hingezogen hat. Was auch immer es war, wir wurden bald enge Freunde, wobei wir uns vor allem \u00fcber M\u00e4nnerthemen austauschten, die wenig mit dem Dharma zu tun hatten.<\/p>\n<p>Wie viele Taiwaner seines Alters war Herr Mao von allem Japanischen fasziniert und sprach ununterbrochen \u00fcber Japan (obwohl Japan Taiwan zu Beginn des 20. Jahrhunderts besetzte, was bis heute Spuren hinterlassen hat). F\u00fcr Herrn Mao war alles Japanische, die Berge, die B\u00e4ume, die Tempel, \u201efabelhaft\u201c, \u201eperfekt\u201c, \u201enicht von dieser Welt\u201c, und die Japaner waren immer elegant und sahen wundersch\u00f6n aus (er redete ununterbrochen dar\u00fcber). Er liebte es auch, mit seinem in meinen Ohren flie\u00dfenden Japanisch zu prahlen. Anstatt mit dem \u00fcblichen chinesischen \u201eWai!\u201d ans Telefon zu gehen, bellte er \u201eMoshi Moshi!\u201d, was viele seiner Freunde nervte, die gemischte Erfahrungen mit Japanern zu jener Zeit gemacht hatten.<\/p>\n<p>Als wir uns zum ersten Mal trafen, war Herr Maos Begeisterung, mir alle Aspekte der japanischen Kultur n\u00e4herzubringen, so gro\u00df, dass er beschloss, f\u00fcr uns beide eine Reise nach Tokio und Kyoto zu spendieren. Und um ehrlich zu sein, musste er mich nicht lange \u00fcberreden. Ich war mehr als begierig darauf, diese magische Welt mit eigenen Augen zu sehen.<\/p>\n<p>Bis dahin war mein Wissen \u00fcber Japan eher l\u00fcckenhaft. Ich bin in Indien aufgewachsen und hatte schon fr\u00fch gelernt, das Label \u201eMade in Japan\u201c zu respektieren (damals war die Marke Seiko genauso begehrt wie heute Patek Phillippe), da ich \u00fcberzeugt war, dass es f\u00fcr h\u00f6chste Qualit\u00e4t stand. Aus amerikanischen Filmen wusste ich ein wenig \u00fcber Pearl Harbor, obwohl mir die Darstellung der japanischen Brutalit\u00e4t unangenehm war. Ich hatte auch davon geh\u00f6rt, dass die USA Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen hatten, aber das Ausma\u00df des Grauens war mir zun\u00e4chst nicht bewusst gewesen.<\/p>\n<p>Ich betrat das Land der aufgehenden Sonne zum ersten Mal in einer nasskalten Nacht im Dezember 1984. Herr Mao hatte alles organisiert. Mit der Energie eines wahren Fanatikers buchte er f\u00fcr uns eine Busreise nach der anderen. Wir standen vor Sonnenaufgang auf und kehrten selten vor Sonnenuntergang in unsere Hotelzimmer zur\u00fcck, da wir uns einer Reihe von tatkr\u00e4ftigen Reiseleitern anvertraut hatten, die uns zu so vielen ber\u00fchmten Sehensw\u00fcrdigkeiten, G\u00e4rten und Einkaufsvierteln begleiteten, wie es nur irgend menschenm\u00f6glich war.<\/p>\n<p>Unser Hotel gab uns die vermutlich kleinsten G\u00e4stezimmer der Welt. Trotzdem fand ich darin alles, was ich brauchte, darunter eine Zahnb\u00fcrste, einen Kamm, Hausschuhe und, wie durch ein Wunder, einen Fernseher. Das japanische Fernsehen faszinierte mich, und statt zu schlafen, schaute ich oft bis zum Morgengrauen fern. Auf diesem winzigen Fernsehbildschirm sah ich zum ersten Mal Momoe Yamaguchi, die japanische Schauspielerin, die in Katsumi Nishikawas \u201eIzu no Odoriko\u201c mitspielte, und verliebte mich sofort in sie. Ich hatte keine Ahnung, dass dieser Film zu jener Zeit in Japan eine gro\u00dfe Fangemeinde hatte, und erst viel sp\u00e4ter erfuhr ich, dass er auf einer Geschichte des Nobelpreistr\u00e4gers Yasunari Kawabata basierte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"622\" height=\"890\" src=\"http:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/1-Momoe-Yamaguchi.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2730\" srcset=\"http:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/1-Momoe-Yamaguchi.png 622w, http:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/1-Momoe-Yamaguchi-480x687.png 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 622px, 100vw\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p><figcaption class=\"wp-element-caption\">Momoe Yamaguchi<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Angesichts meines Alters war es nicht verwunderlich, dass meine Verehrung f\u00fcr die umwerfende Momoe Yamaguchi schon bald von einer noch gr\u00f6\u00dferen Bewunderung f\u00fcr die bezaubernde Setsuko Hara abgel\u00f6st wurde, die mir bis heute als eine der inspirierendsten japanischen Frauen in Erinnerung geblieben ist, die ich je gesehen habe. Aber manchmal frage ich mich, ob sie einen so starken Einfluss auf mich hatte, weil sie an sich so beeindruckend war oder weil sie von dem gro\u00dfartigen Yasujiro Ozu so exquisit inszeniert wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"755\" src=\"http:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/3-Setsuko-Hara-1024x755.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2738\" srcset=\"http:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/3-Setsuko-Hara-980x723.png 980w, http:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/3-Setsuko-Hara-480x354.png 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p><figcaption class=\"wp-element-caption\">Setsuko Hara<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Herr Mao war besonders daran interessiert, mir das ber\u00fchmte Nachtleben Tokios n\u00e4herzubringen, obwohl ich zugeben muss, dass meine erste Erfahrung mit Asakusa in der Altstadt ein kleiner Kulturschock war. Aber ich gew\u00f6hnte mich schnell daran und erkundete Tokio bei Nacht bald genauso begeistert wie Herr Mao. Wenn wir nicht gerade durch Asakusa streiften, probierten wir die K\u00f6stlichkeiten von Harajuku, wo japanische M\u00e4dchen die h\u00f6chsten und klobigsten Plateauschuhe trugen, die je hergestellt wurden, und Minir\u00f6cke, die so kurz waren, dass sie eher wie G\u00fcrtel aussahen.<\/p>\n<p>Das Karaoke-Ph\u00e4nomen hatte gerade in Japan Fu\u00df gefasst und verbreitete sich von hier aus schnell nach Taiwan, Korea und den Rest Asiens. In den fr\u00fchen 80er Jahren war Karaoke also sehr angesagt, und Herr Mao liebte es. Er starrte staunend auf den Karaoke-Bildschirm, folgte aufmerksam den Liedtexten und sang aus voller Kehle mit. Zuerst war mir das peinlich f\u00fcr ihn, weil er wirklich schlecht sang. Dann fiel mir auf, dass M\u00e4nner wie Herr Mao in diese Bars gingen, um sich selbst zu vergessen und all ihre Hoffnungen, \u00c4ngste, Lieben und W\u00fcnsche in ihren Gesang zu legen. Sie fanden hier wahrscheinlich die einzige Gelegenheit, sich auszudr\u00fccken. Die Videos, die sie sich beim Singen ansahen, zeigten beliebte S\u00e4nger, darunter die neuesten Teenager-Idole, und die Lieder, zu denen sie mitsangen, handelten fast immer vom Ver- und Entlieben. Mich faszinierte, wie befriedigend es f\u00fcr diese engagierten Karaoke-S\u00e4nger war, sich \u00fcber den Videobildschirm das Aussehen und die Darbietungen junger Menschen (einschlie\u00dflich der musikalischen Arrangements und Begleitmusiker) auszuleihen und dann einfach immer und immer wieder mitzusingen. Es war oft Mitternacht, manchmal sogar sp\u00e4ter, wenn Herr Mao und ich in unser Hotel zur\u00fcckkehrten, er zu seinem Bett, ich zu meinem Fernseher.<\/p>\n<p>Als Buddhist erf\u00fcllten mich die gro\u00dfen Zen-Tempel wie Daitokuji oder Sanjusangen-do in Kyoto mit Stolz. Ich erinnere mich, wie \u00fcberrascht ich war, als ich erfuhr, dass der spektakul\u00e4r sch\u00f6ne Kiyomizu-dera-Tempel ein Sitz der Chittamatra-Schule ist. Nie im Leben h\u00e4tte ich mir tr\u00e4umen lassen, dass die Chittamatra-Philosophie, die wir als Teenager studiert hatten, noch immer offiziell mit einem Tempel verbunden war. Dennoch dauerte es nicht lange, bis mir klar wurde, dass die Japaner ihre Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr den Buddhadharma und die buddhistischen Werte fast vollst\u00e4ndig verloren hatten, und zum ersten Mal empfand ich eine tiefe Traurigkeit \u00fcber ihren Verlust. Die makellosen Tempel und k\u00fchlen, anspruchsvollen Zen-G\u00e4rten von heute sind zwar von exquisiter Sch\u00f6nheit, aber leer.<\/p>\n<p>Hoch oben in den Ausl\u00e4ufern des Himalaya, wo ich aufwuchs, pulsierte das spirituelle Leben in den meisten Tempeln. Durch die unordentlichen und belebten Tempelgeb\u00e4ude wuselten M\u00f6nche, Nonnen, Yogis und Gl\u00e4ubige, die W\u00e4nde und Decken waren schwarz von Ru\u00df der \u00fcber Jahrhunderte t\u00e4glich dargebrachten Butterlampen, und die Luft schwer von Weihrauch, da immer irgendeine Puja stattfand. Ganz anders in Japan, wo es nur wenige M\u00f6nche und Nonnen gab und die Tempel kaum mehr als makellos gepflegte Denkm\u00e4ler japanischer k\u00fcnstlerischer Integrit\u00e4t waren. Manchmal frage ich mich, ob in f\u00fcnfzig Jahren die traditionellen tibetisch-buddhistischen Tempel, die Lamas derzeit \u00fcberall auf der Welt errichten, ebenfalls zu kulturellen Mausoleen werden.<\/p>\n<p>Japan ist ein au\u00dfergew\u00f6hnlich teures Land, und Herr Mao war nicht gerade der reichste Mann. Da klar war, wie viel er f\u00fcr mich ausgab, hielt ich an meiner Entscheidung fest, meine Reise kurz zu halten. Vielleicht war es gerade die K\u00fcrze unserer Zeit in Japan, die Herrn Mao dazu inspirierte, jeden unserer Tage mit so vielen Besichtigungen und Shoppingtouren anzuf\u00fcllen. Und da ich auch mein kleines Fernsehger\u00e4t optimal nutzte, schlief ich kaum.<\/p>\n<p>Ein- oder zweimal wagte ich mich alleine hinaus, verirrte mich jedoch oft und musste nach dem Weg fragen. Alle, die ich ansprach, waren sehr bem\u00fcht, mir zu helfen, was mir ein schlechtes Gewissen bereitete, weil ich sie bel\u00e4stigte. Ein sehr freundlicher Mann begleitete mich \u00fcber zwei Meilen, um sicherzustellen, dass ich die richtige Adresse fand.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend einer meiner Soloausfl\u00fcge fiel mir auf, wie makellos Stra\u00dfenbauarbeiten und Baustellen in Japan waren. Ob Stra\u00dfen repariert, Telefonleitungen verlegt oder Wolkenkratzer gebaut wurden \u2013 der Bereich, in dem die Arbeiten stattfanden, war immer makellos und ordentlich, die Werkzeuge und Materialien s\u00e4uberlich gestapelt und aufger\u00e4umt. Ich warf einen Blick in die Busse, in denen die Ausr\u00fcstung der Arbeiter untergebracht war, nur um die ordentlichen Reihen der beschrifteten und nummerierten Werkzeuge zu bestaunen, und oft w\u00fcnschte ich mir, dass die M\u00f6nche zu Hause ebenso ordentlich und gut organisiert w\u00e4ren \u2013 insbesondere die M\u00f6nche, die sich um die Schreine und Tempel k\u00fcmmerten. Zu meiner \u00dcberraschung stellte ich au\u00dferdem fest, dass neben einer Armee von erfahrenen Bauarbeitern auf jeder Baustelle zwei bis vier Verbindungsbeamte besch\u00e4ftigt waren, die ihren gesamten Arbeitstag damit verbrachten, Passanten um Entschuldigung f\u00fcr die Unannehmlichkeiten zu bitten, die ihnen durch die Baustelle entstanden.<\/p>\n<p>Und dann waren da die Parkw\u00e4chter. Viele Geb\u00e4ude in japanischen St\u00e4dten haben Tiefgaragen. Wenn ein Auto in die Tiefgarage einf\u00e4hrt oder diese verl\u00e4sst, erscheint sofort ein Team von Parkw\u00e4chtern, um es hinein- oder hinauszugeleiten und Passanten um Entschuldigung f\u00fcr die Unannehmlichkeiten zu bitten. Ich kann mir so etwas nirgendwo anders auf der Welt vorstellen, vor allem nicht in Indien oder New York. Die meisten Unternehmen w\u00fcrden einen solchen Service als Verschwendung von Ressourcen und Arbeitszeit betrachten. Aber genau diese Liebe zum Detail macht Japan zu Japan.<\/p>\n<p>Der einzige Ort, an dem ich mich nie verirrte, war der Bahnhof Shinjuku. Trotz des weitl\u00e4ufigen Labyrinths aus Bahnlinien ist Shinjuku so gut gestaltet, dass ich keine Japanischkenntnisse ben\u00f6tigte, um mich zurechtzufinden. Da ich aus einem Land komme, in dem Z\u00fcge immer versp\u00e4tet sind \u2013 manchmal um eine Woche oder mehr \u2013, war ich erstaunt, dass japanische Z\u00fcge nicht nur p\u00fcnktlich, sondern sogar auf die Sekunde genau fahren.<\/p>\n<p>Besonders haben es mir die trendigen und hippen Viertel von Tokio wie Shinjuku oder das schicke Omotesando angetan, voller modebewusster junger Leute, von denen viele wie Figuren aus Manga-Comics gekleidet sind. Oft hatte ich das Gef\u00fchl, meine Blicke klebten an den Outfits, mit denen sich die jungen Leute zeigten, insbesondere die Jungen. Es war einfach umwerfend, wieviel Liebe zum Detail, Zeit und M\u00fche sie in ihre Kleidung investierten, um auszugehen! Ein Junge trug beispielsweise einfach nur eine blaue Jeans mit G\u00fcrtel, ein wei\u00dfes Hemd und einen sch\u00f6n geschnittenen schwarzen Blazer, dazu eine l\u00e4ssig \u00fcber die Schulter geworfene Tasche, aber wahrscheinlich hatte er mindestens eine Stunde, wenn nicht sogar mehr, damit verbracht, diesen Look genau richtig hinzubekommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"399\" src=\"http:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/TokyoKids-1024x399.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2746\" srcset=\"http:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/TokyoKids-980x382.jpg 980w, http:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/TokyoKids-480x187.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p><figcaption class=\"wp-element-caption\">Tokyo Street Fashion 2022<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Einmal, als ich in einem \u00fcberf\u00fcllten Waggon Platz nahm, fiel mir ein eleganter Fu\u00df in einem Sneaker auf. Selbst aus meiner Sicht war dieser Sneaker ein Kunstwerk. Ich warf einen Blick auf den anderen Fu\u00df des Tr\u00e4gers und schaute dann noch einmal hin. Es war ein Loafer \u2013 ein Loafer, der genauso sch\u00f6n war wie der Sneaker, aber dennoch ein Loafer. Dann bemerkte ich, dass der Fu\u00df mit dem Sneaker eine Tartan-Socke trug und der Fu\u00df mit dem Loafer eine einfache karierte Socke. Neugierig geworden, lie\u00df ich meinen Blick langsam \u00fcber den K\u00f6rper des Mannes vor mir wandern. Seine schwarze Jeans, die unterhalb des Knies modisch zerfetzt war, um seine Socken zu zeigen, war hauteng und wurde von einem breiten, weichen Lederg\u00fcrtel mit einer gro\u00dfen Metall-Cowboyschnalle gehalten. \u00dcber einem violetten Rollkragenpullover aus Feinstrick trug er einen gestreiften indigoblauen Blazer. Als er sich an einem H\u00e4ngegriff festhielt, um nicht zu fallen, sah ich, dass er an jedem Finger und Daumen Ringe trug und an seinen Handgelenken Armb\u00e4nder. Um das Ganze abzurunden, sa\u00df ein schwarzer Caballero-Hut formvollendet auf seinem Kopf und eine lange schwarze Haarstr\u00e4hne hing ihm bis zur Mitte des R\u00fcckens. Alles in allem ein Meisterwerk.<\/p>\n<p>Als mein Abreisetag n\u00e4her r\u00fcckte, wurde mir klar, dass ich jede Sekunde, die mir in diesem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Land noch blieb, optimal nutzen sollte. In jener Nacht, lange nach Mitternacht, sa\u00df ich wieder einmal in einer \u00fcberf\u00fcllten U-Bahn und lie\u00df meine mittlerweile m\u00fcden Augen \u00fcber wundersch\u00f6ne Taschen, Schuhe, Jacken, ausgefallene Manik\u00fcren und alle m\u00f6glichen Arten von H\u00fcten schweifen. (Heute w\u00e4ren alle in ihre Handys vertieft. Damals steckten sie ihre Nasen in Manga-Comics.)<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich, am anderen Ende des Waggons, meinte ich &#8230; Nein, ich war mir sicher, dass ich &#8230; Konnte das sein? Ich beugte mich vor, um besser sehen zu k\u00f6nnen. Ja! Der gro\u00dfe Fudo Myo-o sa\u00df in genau diesem Wagen. Schwarz, gut gebaut und muskul\u00f6s, jede Menge lockiges Haar auf dem Kopf, ein Zopf hing \u00fcber seiner linken Schulter und seine beiden Rei\u00dfz\u00e4hne waren deutlich zu sehen, einer zeigte nach oben, der andere nach unten. F\u00fcr einen Moment stand die Zeit still. Dann musste ich wegsehen, da mich die dieser fl\u00fcchtige Anblick \u00fcberw\u00e4ltigte. Einige Sekunden lang konnte ich mich kaum dazu bringen, aufzublicken. Dann, von Neugierde getrieben, hob ich den Blick, um noch einmal hinzuschauen. Aber er war verschwunden.<\/p>\n<p>War er ein Phantom? Eine Fata Morgana? Eine Vision? Wer wei\u00df. Ich fragte mich damals, ob das Erscheinen dieser Gestalt die Folge meiner Ersch\u00f6pfung war, die durch unseren anstrengenden Tagesablauf verursacht worden war. Oder vielleicht eine Auswirkung der unz\u00e4hligen Fernsehsendungen, die ich verschlungen hatte und von denen die meisten von Samurai, Ninja und Yakuza handelten, deren t\u00e4towierte K\u00f6rper oft wilde Darstellungen von Fudo Myo-o zeigten. Wenn ich jetzt dar\u00fcber nachdenke, hatte er mich w\u00e4hrend des gesamten Besuchs besch\u00e4ftigt, insbesondere seit mir Herr Mao auf einer Busreise erz\u00e4hlte, dass Japan seine ganz eigene Form des Vajrayana-Buddhismus hat. Als Anh\u00e4nger des Vajrayana begeisterte mich diese Entdeckung, und von da an opferte ich bereitwillig mehrere Restaurantbesuche und Shoppingtouren, um ein oder zwei der gro\u00dfen tantrischen Schreine Japans zu besuchen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"556\" height=\"532\" src=\"http:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Hombre_con_horimono_Fudo\u0304_Myo\u0304-o\u0304_en_pecho.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2722\" srcset=\"https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Hombre_con_horimono_Fudo\u0304_Myo\u0304-o\u0304_en_pecho.jpeg 556w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Hombre_con_horimono_Fudo\u0304_Myo\u0304-o\u0304_en_pecho-300x287.jpeg 300w, https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Hombre_con_horimono_Fudo\u0304_Myo\u0304-o\u0304_en_pecho-480x459.jpeg 480w\" sizes=\"(max-width: 556px) 100vw, 556px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p><figcaption class=\"wp-element-caption\">Foto: Dean Marchand<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend dieses Besuchs wurde ich zum ersten Mal (auf einer Reise voller Premieren) mit dem Shingon-Buddhismus bekannt gemacht. Die Komplexit\u00e4t der Shingon-Mandalas und die makellosen, sorgf\u00e4ltig gestalteten, wundersch\u00f6n arrangierten Schreine unterschieden sich so sehr von indischen und tibetischen Tempeln, wie es nur m\u00f6glich war, und sie faszinierten mich. Wie der gro\u00dfe japanische Schriftsteller Jun&#8217;ichiro Tanizaki in seinem Essay \u201eLob des Schattens\u201c schrieb:<\/p>\n<p>In den R\u00e4umen von m\u00e4chtigen Tempelbauten wird das Licht wegen des gro\u00dfen Abstands zum Garten noch weiter verd\u00fcnnt, und \u2013 sei es Fr\u00fchling, Sommer, Herbst oder Winter, sei es ein heiterer oder ein bew\u00f6lkter Tag, sei es Morgen, Mittag oder Abend \u2013 das matte Wei\u00df zeigt kaum eine Ver\u00e4nderung. In jedem Rechteck der mit dichtstehenden, senkrechten Leisten versehenen sh\u014dji bilden sich Schattenwinkel, gerade als ob sich Staub abgelagert h\u00e4tte; man fragt sich verwundert, ob sie denn ewig unbewegt auf dem Papier haften bleiben. In solchen Augenblicken zweifle ich an der Wirklichkeit dieser traumhaften Helle und zwinkere mit den Augen. Das Gef\u00fchl dr\u00e4ngt sich auf, vor den Augen sei ein nebelhaftes Flimmern, das die Sehkraft abstumpft. Es liegt daran, da\u00df der Widerschein des mattwei\u00dfen Papiers die dichte Dunkelheit der Wandnische nicht zu verscheuchen vermag, sondern im Gegenteil, vom Dunkel zur\u00fcckgeworfen, eine sinnverwirrende Atmosph\u00e4re erzeugt, in der sich Helle und Dunkelheit nicht auseinanderhalten lassen. Haben Sie, meine Leser, beim Betreten eines solchen Raumes nicht auch schon das Gef\u00fchl gehabt, das darin schwebende Licht sei kein gew\u00f6hnliches Licht, sondern habe etwas besonders Ehrfurchtgebietendes, Gewichtiges an sich? Oder hat Sie nie eine Art Schauder vor dem \u00abEwigen\u00bb erfa\u00dft im Gedanken, da\u00df Sie w\u00e4hrend des Aufenthalts in diesem Raum das Zeitgef\u00fchl verlieren k\u00f6nnten, da\u00df unbemerkt Jahre verstreichen und Sie als wei\u00df-haariger Greis daraus hervortreten k\u00f6nnten?<\/p>\n<p>Die Wirkung dieser japanischen Schatten war gewaltig. So wie japanische Jungen sich enorm viel M\u00fche mit ihrem pers\u00f6nlichen Erscheinungsbild gaben, mussten auch die alten japanischen Shogune, Samurai, Kaiser und einfachen B\u00fcrger ihr ganzes Herzblut in jedes Detail ihrer Tempel gesteckt haben, einschlie\u00dflich der Anordnung der Fenster, damit das Sonnenlicht genau auf den Schrein fiel.<\/p>\n<p>Viele Shingon-Tempel beherbergen unglaublich beeindruckende Statuen und Mandalas. \u00dcberall, wo ich hinkam, sah ich Mandalas des Mahavairocana-Sutra und des Vajrashekhara-Sutra<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a>, umgeben von Darstellungen der Hauptgottheiten und ihrer Gefolge. Doch selbst in solch illustrer Gesellschaft waren die Statuen und Gem\u00e4lde von FudoMyo-o un\u00fcbersehbar. Als vielleicht beliebteste und begehrteste aller japanischen Gottheiten sind sein Gesicht und seine Gestalt unverkennbar \u2013 ob in Stein gemei\u00dfelt, an W\u00e4nde gemalt, aus Holzbl\u00f6cken gedruckt oder in Kalligraphie beschrieben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"562\" height=\"800\" src=\"http:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/21034628_1392840557497535_4520811367898392802_n.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2754\" srcset=\"http:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/21034628_1392840557497535_4520811367898392802_n.jpg 562w, http:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/21034628_1392840557497535_4520811367898392802_n-480x683.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 562px, 100vw\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p><figcaption class=\"wp-element-caption\">Fudo Myo-o<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu Indiens geliebtem Nataraja, dem tanzenden Shiva, der f\u00fcr seine sinnlichen Kurven, die geschmeidige Kraft seiner schlanken Gliedma\u00dfen, seine breiten Schultern und die perfekte Haltung seines anmutig erhobenen linken Fu\u00dfes verehrt wird, wirkt Fudo Myo-o d\u00fcster bedrohlich, m\u00e4chtig, ja sogar beunruhigend. Obwohl einige der Statuen, die ich in Japan gesehen habe, ihn mit beiden Augen offen und unter einem grimmigen Stirnrunzeln hervorquellend zeigten, oder mit einem Auge nach oben und dem anderen nach unten blickend, zeigt das Bild, das ich am besten kenne, ihn mit einem offenen und einem geschlossenen Auge. Sein Mund verzieht sich wie ein chinesischer Drache oder ein Frosch, oft auf einer Seite offen, die andere fest verschlossen, w\u00e4hrend seine Rei\u00dfz\u00e4hne der Richtung seiner Augen folgen, einer zeigt nach oben, der andere nach unten. Ein Gro\u00dfteil seiner dicken, lockigen Haare ist locker zu einem Knoten zusammengebunden, wobei eine einzelne Str\u00e4hne geflochten und \u00fcber seine linke Schulter nach vorne gezogen ist. In seiner rechten Hand h\u00e4lt er ein Schwert und in seiner linken eine Seilrolle. Schwarz oder dunkelblau, ist er kr\u00e4ftig gebaut und sieht sowohl unbeweglich als auch bereit aus, sofort in Aktion zu treten. Ob er inmitten eines Flammeninfernos sitzt oder steht, er beherrscht den Raum um sich herum mit vollkommener Autorit\u00e4t. Wenn ihr euch jemals in einem Raum befindet, in dem das Bild von Fudo Myo-o h\u00e4ngt, werdet ihr f\u00fcr niemanden sonst Augen haben.<\/p>\n<p>Damals hatte ich kaum eigenes Geld, und das Wenige, das ich hatte, gab ich f\u00fcr Postkarten und Drucke von Fudo Myo-o aus. Ich wollte ihn allen zeigen, einfach weil er so gro\u00dfartig war \u2013 vielleicht so, wie manche Leute ihre sch\u00f6nen, charismatischen Freunde auf B\u00e4llen oder Dinnerparties zur Schau stellen.<\/p>\n<p>Ich praktiziere Arya Achala seit meinem sechsten Lebensjahr und verbrachte als Kind viele Stunden damit, wunderbare Geschichten \u00fcber ihn zu h\u00f6ren. Atisha Dipamkara beispielsweise segelte einmal von Indien nach Indonesien, um Dharmakirti darum zu bitten, \u00fcber Freundlichkeit zu lehren. Als das Schiff die Bucht von Bengalen verlie\u00df, um vermutlich durch die Stra\u00dfe von Malakka zu segeln, kam ein so heftiger Sturm auf, dass das Schiff zu sinken begann. Atisha betete umgehend zu Arya Achala (so hei\u00dft Fudo Myo-o in Indien) und innerhalb von Sekunden stand dieser vor ihm, bis zur H\u00fcfte im Meer, und hob das Schiff \u00fcber die tosenden Wellen. Mit solchen Geschichten bin ich aufgewachsen.<\/p>\n<p>Seit Herr Mao mir dieses elegante Land vorgestellt hat, habe ich die japanische Kultur, B\u00fccher, Filme, Musik und so weiter immer tiefer erkundet. Inzwischen habe ich viele englische \u00dcbersetzungen von Yukio Mishimas Romanen gelesen und in seinem <em>Tonkatsu<\/em>-Lieblingsrestaurant in Tokio gegessen. Ich habe eine Reihe von Geschichten von Yasunari Kawabata gelesen, Kokoro von Natsume Soseki geh\u00f6rt und die Filme von Yasujiro Ozu gesehen. Was f\u00fcr gro\u00dfartiger K\u00fcnstler! Ohne seine Kamera auch nur einen Zentimeter zu bewegen, kann ein Haufen schmutziger W\u00e4sche einen zu Tr\u00e4nen r\u00fchren oder zum Lachen bringen. Ich habe mehrere seiner Filme ein Dutzend Mal oder \u00f6fter gesehen und bin jedes Mal anschlie\u00dfend in eine Depression gefallen, weil ich wei\u00df, dass ich niemals an seine au\u00dfergew\u00f6hnlichen F\u00e4higkeiten heranreichen kann.<\/p>\n<p>Traditionelle japanische Gourmetk\u00fcche ist nicht so mein Fall; mein Gaumen hat noch nicht das n\u00f6tige Feingef\u00fchl entwickelt, um diesen Kochstil zu sch\u00e4tzen. Es gibt fast zu viel zu bewundern: die Anordnung der Speisen, die Farbkombinationen, die Gr\u00f6\u00dfe der Portionen, der Geschmack und so weiter. Da ich aus einer eher rustikalen Kultur stamme, greife ich lieber zu einer Sch\u00fcssel Ramen im Hakata Nagahama Ramen Miyoshi in Kyoto, als eines der vielen japanischen Restaurants mit drei Michelin-Sternen auszuprobieren.<\/p>\n<p>Ich habe Japan inzwischen so oft besucht, dass ich mich gar nicht mehr an jede einzelne Reise erinnern kann, und meine Bewunderung f\u00fcr die japanische Pr\u00e4zision, Ordnung, Liebe zum Detail und nat\u00fcrlich ihre Eleganz und Etikette ist nur noch gewachsen. Einmal verbrachte ich eine Woche in einem Dorf am Rande von Tokio, das f\u00fcr seine hei\u00dfen Quellen bekannt ist. Der Bahnhof des Dorfes war winzig und die Soba-Nudelbar, die in eine seiner Ecken gequetscht war, war noch winziger \u2013 aber die Japaner sind ja un\u00fcbertroffene Meister darin, selbst kleinste R\u00e4ume optimal zu nutzen. Ich habe oft in dieser Nudelbar gegessen, und die Qualit\u00e4t des Essens war immer ausgezeichnet. Nicht ein einziges Mal variierte oder verschlechterte sich die Konsistenz der Nudeln oder der Geschmack der kalten So\u00dfe. Ich nahm mir ein Buch mit und sa\u00df stundenlang da, las, beobachtete die Leute und trank Kaffee. All dieser Kaffee f\u00fchrte dazu, dass ich mindestens einmal, wenn nicht sogar zweimal oder \u00f6fter auf die Toilette musste, aber egal, wie oft ich ging, das Toilettenpapier war immer wieder zu einer ordentlichen Spitze gefaltet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"292\" src=\"http:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Toiletpaper-1024x292.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2762\" srcset=\"http:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Toiletpaper-980x280.jpg 980w, http:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Toiletpaper-480x137.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p><figcaption class=\"wp-element-caption\">Fotos von <em>Christoph Roser auf <a href=\"http:\/\/www.allaboutlean.com\/\">AllAboutLean.com<\/a><\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Technologisch gesehen ist Japan eines der fortschrittlichsten L\u00e4nder der Welt. In den 1960er Jahren leisteten japanische Ingenieure Pionierarbeit bei der Herstellung von Hochgeschwindigkeitsz\u00fcgen und haben seitdem ein bahnbrechendes Schienennetz f\u00fcr ihre Shinkansen- oder \u201ebullet trains\u201d aufgebaut. Alles, was die Japaner machen, machen sie extrem gut.<\/p>\n<p>Japans Form, seine Au\u00dfenwelt, ist nach wie vor so elegant und wundersch\u00f6n gestaltet wie eh und je. Allerdings \u2013 und ich hoffe wirklich, dass ich mich irre \u2013 bef\u00fcrchte ich, dass die Japaner, \u00e4hnlich wie die Chinesen (nicht nur die Chinesen auf dem Festland, sondern auch die Taiwaner, Hongkonger und Singapurer), immer mehr von ihrer inneren Kultur verlieren und sich, wenn nicht sogar f\u00fcr ihr Erbe sch\u00e4men, ihm jedoch keine Beachtung mehr schenken wollen. Die meisten Japaner f\u00fchlen sich wohler, wenn sie bei \u00f6ffentlichen Veranstaltungen oder im Aufzug Chopin-Klaviermusik h\u00f6ren als Musik, die auf ihren eigenen Shakuhachi- (japanische Fl\u00f6te) oder Koto-Instrumenten (eine halbrunde Zither) gespielt wird.<\/p>\n<p>Seit der Wiedereinsetzung der Kaiserherrschaft Mitte des 19. Jahrhunderts und der Ankunft ihrer neuen amerikanischen und europ\u00e4ischen Handelspartner f\u00fchlen sich die Japaner zunehmend zur westlichen Kultur hingezogen. Nach dem, was ich gelesen habe, begann diese Faszination schon vor langer Zeit. Murakami schreibt oft \u00fcber die amerikanischen und europ\u00e4ischen Schriftsteller, die er bewundert, wie J.D. Salinger und Franz Kafka, und \u00fcber die amerikanische und europ\u00e4ische Musik, die er liebt, wie Jazz und J.S. Bach (dessen Musik er ganz korrekt mit Titel und BWV-Nummer bezeichnet). Aber ich habe noch keine Geschichte von ihm gelesen, in der er Musik erw\u00e4hnt, die auf traditionellen japanischen Instrumenten gespielt wird. Es ist, als h\u00e4tte sich das ganze Land den westlichen Werten ergeben. So sehr, dass die Japaner sich ihren eigenen kulturellen Traditionen wie Noh oder Kabuki offenbar genauso zuwenden wie ausl\u00e4ndische Urlauber \u2013 aus Spa\u00df, als Unterhaltung, zur \u201eEntspannung\u201d. Die Japaner sind zu Touristen in ihrem eigenen Land geworden.<\/p>\n<p>Die Inder sind da ganz anders. Sie sind nicht nur stolz auf ihre Musik, sondern h\u00f6ren sie auch sehr gerne. Traditionelle indische Musik ert\u00f6nt oft lautstark aus den offenen Fenstern indischer H\u00e4user \u2013 ich kann mir nicht vorstellen, eine Bach-Cellosuite auf den Stra\u00dfen von Varanasi zu h\u00f6ren. Und wo immer Inder leben, sei es in Neu-Delhi, Londons Southall oder Vancouvers Little India, gibt es immer Gesch\u00e4fte, die Feuer-Puja-Sets f\u00fcr verschiedene Gottheiten und sogar ordentlich verpackten Kuhdung verkaufen, der f\u00fcr religi\u00f6se Zeremonien oder einfach als R\u00e4ucherwerk verwendet wird. Als eingefleischter Reisender sehe ich indische M\u00e4nner und Frauen auf allen Flugh\u00e4fen der Welt, die M\u00e4nner in Kurta-Pyjamas und die Frauen in Saris, mit Sindur auf der Stirn. Sie kleiden sich nicht so zum Spa\u00df oder weil sie das Bed\u00fcrfnis haben, ihre kulturellen Traditionen zu bewahren, sondern weil sie sich nun einfach immer so kleiden.<\/p>\n<p>Indiens tief verwurzelte kulturelle Traditionen sind nach wie vor in den meisten weltlichen Angelegenheiten des Landes pr\u00e4sent. Ich habe k\u00fcrzlich gelesen, dass 2020 auf dem Luftwaffenst\u00fctzpunkt Ambala eine traditionelle \u201eSarva Dharma Puja\u201d in die Feierlichkeiten zur Einf\u00fchrung neuer franz\u00f6sischer Kampfflugzeuge in die indische Luftwaffe integriert wurde. Und auch heute noch sind v\u00f6llig nackte Jain-M\u00f6nche (die sich durch den Verzicht auf jeglichen weltlichen Besitz, nicht einmal eines Dhoti, der Nicht-Anhaftung verschrieben haben) Mitglieder des indischen Parlaments.<\/p>\n<p>Mein Eindruck ist, dass Inder im Gegensatz zu Japanern und Chinesen sich nicht scheuen, die ehrliche Linse, durch die sie die Welt betrachten, auf sich selbst zu richten. Im Gegensatz dazu versuchte Yukio Mishima vor etwas mehr als f\u00fcnfzig Jahren, entsetzt \u00fcber die spirituelle \u00d6dnis des modernen japanischen Lebens, Mitglieder der japanischen Armee davon zu \u00fcberzeugen, ihm dabei zu helfen, ihr Land gewaltsam zu seinen vor dem Krieg bestehenden Krieger-Traditionen zur\u00fcckzuf\u00fchren. Seine gro\u00dfe Angst war, dass die Japaner ihre Seelen an die Amerikaner verkaufen w\u00fcrden. Als er scheiterte, beging er Harakiri. W\u00e4re er nicht einge\u00e4schert worden, w\u00fcrde er sich heute im Grab umdrehen.<\/p>\n<p>Jedes Mal, wenn ich nach Japan zur\u00fcckkehre, sehne ich mich wie ehe und je sehr danach, Herrn Fudo in einem \u00fcberf\u00fcllten Zugabteil, einer kleinen Sushi-Bar oder einem eleganten japanischen Caf\u00e9 zu begegnen. Aber meine Ausbildung in buddhistischer Philosophie erinnert mich immer wieder daran, dass diese vierzig Jahre der Sehnsucht und Hoffnung wahrscheinlich genau der Grund sind, warum ich ihn nicht wiedergesehen habe. Zumindest noch nicht. Paradoxerweise lehrt mich meine philosophische Ausbildung auch, dass die Sehnsucht und Hoffnung nach ihm meine Sadhana ist und dass ich diese niemals aufgeben sollte. So wie viele Anh\u00e4nger Lord Krishnas nach Vrindavan ziehen und dann den Rest ihres Lebens damit verbringen, sich danach zu sehnen, einen Blick auf den blauen Gott zu erhaschen oder zumindest den Klang seiner Fl\u00f6te zu h\u00f6ren, werde ich mich erneut auf den Weg ins Land der aufgehenden Sonne machen, voller Sehnsucht und Hoffnung, dass ich diesmal endlich einen weiteren Blick auf Herrn Fudo erhaschen werde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/buddha-g20cfb39e2_1920-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2770\" srcset=\"http:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/buddha-g20cfb39e2_1920-980x735.jpeg 980w, http:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/buddha-g20cfb39e2_1920-480x360.jpeg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\" \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> Das <em>Sarvatath\u0101gatatattvasa\u1e43graha Tant<\/em>ra ist in der Shingon-Tradition als <em>Vajra\u015bekhara S\u016btra<\/em> bekannt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; admin_label=&#8220;section&#8220; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_row admin_label=&#8220;row&#8220; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Text&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;] Herr Mao war ein gro\u00dfer, breitschultriger, gut gebauter Chinese. 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Already in his seventies, he was bald except for an ear-to-ear fringe of thin grey hair, yet his fresh, rosy complexion and puckish grin gave him the air of a mischievous teenager who was always getting into trouble.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>By the way, my Mr. Mao was quite a different person from that other Mr. Mao from Hunan, celebrated for liberating millions of Chinese from the chains of wrathful feudalism and vilified for the callous, irreversible stupidity of the Cultural Revolution.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>My Mr. Mao was from Tai Chung in Taiwan and he was a follower of the Buddhadharma. As his outlook was tinged with Taoist beliefs, I suspect he came to Buddhism rather late in life. That being said, he was anything but a fully paid-up Taoist practitioner (a common phenomenon among the Chinese), but I never plucked up the courage to ask him about it. By the time I met Mr. Mao, he had adopted an almost shamanistic kind of Taoist thinking, bundled together with a smattering of Buddhist aspirations that were significantly enriched when the Taiwanese became fashionably intoxicated by their newly rediscovered Tantric Buddhism.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>The Taiwanese are an unusually warm people, and that warmth is said to be a legacy of Confucianism. There is even a word for it: \u2018ren-ai\u2019. If you look at a map of Taiwan, you will see Ren-ai Township, Ren-ai district, Ren-ai restaurants and even a Ren-ai road in Taipei city. Mr. Mao overflowed with ren-ai. He was warm, friendly and generous, and he was deeply devoted to the Buddha\u2019s dharma. But he also had a great weakness. It was almost impossible for him to resist good food and large quantities of hard liquor. Asians, especially Chinese Buddhists, often make judgements about whether a person is a true Buddhist or not by their conduct (good Buddhists don\u2019t eat meat or drink alcohol and so on) rather than by how often they think about impermanence and the illusory nature of life. Conduct and good behaviour, their own and that of others, is their yardstick of a \u2018good\u2019 Buddhist, not the expansiveness of a person\u2019s \u2018right\u2019 view. Small wonder that Mr. Mao blushed sheepishly after gorging himself on rich food or binging on sake, as if to say, \u201cI know, I know and it\u2019s true. I really am the worst Buddhist on the planet.\u201d<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>I was still young in 1984 and just beginning to explore the world outside my Himalayan homeland. I have often wondered if it was my enthusiasm for anything that was not quite ethical or wholesome that drew me to Mr. Mao. Whatever it was, we soon became quite close friends, bonding over manly stuff that had little to do with the Dharma.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Like many Taiwanese of his age, Mr. Mao was entranced by everything Japanese and talked about Japan non-stop (even though Japan colonized Taiwan at the beginning of the 20<sup>th<\/sup> century, traces of which can still be seen today). For Mr. Mao, everything Japanese, the mountains, the trees, the temples, were \u2018fabulous\u2019, \u2018perfect\u2019, \u2018out of this world\u2019, and the Japanese people were always elegant and beautifully presented (he went on and on about this). He also loved to flaunt what sounded to me like fluent Japanese. Instead of answering the phone with the usual Chinese \u201cWai!\u201d he would bark, \u201cMoshi Moshi!\u201d, which annoyed many of his friends whose experience of the Japanese at that time was mixed. &nbsp;<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>When we first met, Mr. Mao\u2019s enthusiasm for acquainting me with every aspect of Japanese culture was so great that he decided to pay for us both to take a trip to Tokyo and Kyoto. And to be honest, I didn\u2019t need much persuading. I was more than eager to see that magical world for myself.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Before I met Mr. Mao, my knowledge of Japan had been sketchy. Growing up in India, I had already learned to respect the \u2018made in Japan\u2019 label (back then, the Seiko brand was as desirable as Patek Phillippe is today), confident that it indicated the highest quality. I knew a little about Pearl Harbour from American movies, although the depiction of Japanese brutality made me uncomfortable. I had also heard about how the US dropped atomic bombs on both Hiroshima and Nagasaki, but the horror had so far eluded me.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>I first set foot in the Land of the Rising Sun one cold, wet night in December 1984. Mr. Mao arranged everything. With the energy of a true zealot, he booked us onto back-to-back bus tours. We rose before dawn, rarely returning to our hotel rooms until long after sunset, having given ourselves up to a string of briskly efficient tour guides who chaperoned us past as many famous monuments, gardens and shopping districts as was humanly possible.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Our hotel provided us with perhaps the smallest guest rooms on the planet. Even so, mine provided me with everything I needed, including a toothbrush, comb, slippers and, miraculously, a television set. Japanese television enthralled me and rather than sleep, I often watched until dawn. It was on that tiny television screen that I first saw and developed an instant crush on Momoe Yamaguchi, the Japanese actress who starred in Katsumi Nishikawa\u2019s <em>Izu no Odoriko<\/em>. I had no idea this film had a huge cult following in Japan at that time and only much later, discovered that it was based on a story by the Nobel laureate, Yasunari Kawabata.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:image {\"align\":\"center\",\"id\":2730,\"sizeSlug\":\"full\",\"linkDestination\":\"none\"} -->\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img src=\"https:\/\/mugwortborn.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/1-Momoe-Yamaguchi.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2730\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Momoe Yamaguchi<\/figcaption><\/figure>\n<!-- \/wp:image -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Unsurprisingly given my age, it wasn\u2019t long before my loyalty to the dazzling Momoe Yamaguchi was superseded by an even greater devotion to the intoxicating Setsuko Hara, who remains in my mind to this very day as one of the most powerfully inspiring Japanese women I have ever come across. But I sometimes ask myself, did she have such a strong effect on me because of herself, or because she was so exquisitely directed by the formidable Yasujiro Ozu?<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:image {\"id\":2738,\"sizeSlug\":\"large\",\"linkDestination\":\"none\"} -->\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img src=\"http:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/3-Setsuko-Hara-1024x755.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2738\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Setsuko Hara<\/figcaption><\/figure>\n<!-- \/wp:image -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Mr. Mao was particularly keen on introducing me to Tokyo\u2019s famous nightlife, although I must admit, my first experience of Asakusa in the old town was a bit of a culture shock. But I soon got over it and became just as eager as Mr. Mao to explore Tokyo after dark. If we weren\u2019t roaming through Asakusa, we were sampling the delights of Harajuku, where Japanese girls sported the highest, mightiest platform shoes ever created and mini skirts so short they were more like belts.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>The karaoke phenomenon had just landed in Japan and would quickly spread to Taiwan, Korea and the rest of Asia. In the early 80s, karaoke was very much the thing to do and Mr. Mao loved it. Gazing in wonderment at the karaoke screen, his eye carefully followed the lyrics and he sang at the top of his voice. At first, I felt embarrassed for him because he was a really bad singer. Then I noticed that men like Mr. Mao went to these bars to forget themselves, pouring all their hopes, fears, loves and wishes into their singing. It was probably the only opportunity they ever had to express themselves. The videos they watched as they sang were of popular singers, including the latest teenage heart-throbs, and the songs they sang along to were almost always about falling in and out of love. I was intrigued by how satisfying it was for these dedicated karaoke singers to borrow young people\u2019s looks and performances via the video screen (including the musical arrangements and backing musicians), then simply sing along, again and again and again. It was often midnight, sometimes later, when Mr. Mao and I returned to our hotel, him to his bed, me to my television.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>As a Buddhist, the great Zen temples, like Daitokuji or Sanjusangen-do in Kyoto, filled me with pride. I remember how amazed I was to learn that the spectacularly beautiful Kiyomizu-dera temple is a seat of the Chittamatra school. Never in my wildest dreams had I imagined that the Chittamatra philosophy we studied in our teens was still formally connected to a temple. Even so, it didn\u2019t take me long to realize that the Japanese had all but lost their appreciation of Buddhadharma and Buddhist values and, for the first time ever, I experienced a profound sense of sadness at their loss. Today\u2019s immaculate temples and coolly fastidious Zen gardens are exquisitely beautiful, but empty.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Where I grew up, high in the Himalayan foothills, most of the temples were vibrantly alive with spiritual activity. Messy and lived in, temple buildings swarmed with monks, nuns, yogis and devotees, the walls and ceilings black with soot from centuries of daily butter lamp offerings, the air heavy with incense as there was always one puja or another going on. It was quite different in Japan where there were few monks or nuns and the temples were little more than impeccably refined monuments to Japanese artistic integrity. I sometimes wonder if, in fifty years time, the traditional Tibetan Buddhist temples that lamas are currently building all over the world will also end up becoming cultural mausoleums.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Japan is an exceptionally expensive country and Mr. Mao was not the wealthiest of men. Conscious of just how much he was spending on me, I stood firmly by my decision to keep my trip short. Perhaps it was the very shortness of our time in Japan that inspired Mr. Mao to pack each of our days with quite so many tours and shopping trips. And, as I was also making the most of my tiny television set, I barely slept.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Once or twice, I ventured out on my own but often got lost and had to ask for directions. Everyone I approached went out of their way to assist me, which made me feel rather guilty for having bothered them. One very kind man accompanied me for two miles to make sure I found the right address.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>It was during one of my solo outings that I noticed Japan\u2019s pristine road works and construction sites. Whether roads were being mended, telephone lines laid, or skyscrapers built, the area where the work took place was always spotlessly clean and well-ordered, the tools and materials neatly stacked and squared away. I would peek into the buses that held the workmen\u2019s equipment, just to gaze in awe at the neat lines of named and numbered tools, and often found myself wishing that the monks back home would be as tidy and well-organized \u2013 especially the monks who looked after the shrines and temples. I also noticed, to my amazement, that in addition to an army of skilled construction workers, each building site employed two to four liaison officers, who spent their entire working day asking passers-by to forgive any inconvenience the construction site had caused them.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>And then there were the parking attendants. Many of Japan\u2019s city buildings have underground car parks. When a car enters or leaves a car park, a team of parking attendants instantly appear to guide it in or out and to ask passers-by to forgive the inconvenience. I can\u2019t imagine this happening anywhere else in the world, certainly not in India or New York. Most businesses would consider such a service to be a waste of company resources and employees\u2019 time. But this is precisely the kind of attention to detail that makes Japan, Japan.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>The one place I never got lost in was Shinjuku train station. Despite the sprawling labyrinth of train lines, Shinjuku is so well designed that I didn\u2019t need any Japanese to find my way around. Coming from a land where trains only ever run late \u2013 sometimes by a week or more \u2013 I was astonished to discover that Japanese trains not only run on time, but to the very second.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>I particularly enjoyed the trendy and hip parts of Tokyo, like Shinjuku or ritzy Omotesando, that are full of fashionable young people, many of whom dress like characters from Manga comics. It often felt as if my eyes were glued to the outfits the young people chose to present themselves in, especially the boys. Their attention to detail and the amount of time and effort they put into dressing to go out was mindboggling! A boy might simply be wearing belted blue jeans, a white shirt, and a beautifully cut black blazer with a bag slung casually over his shoulder, yet he probably spent at least an hour, if not more, getting that look just right.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:image {\"id\":2746,\"sizeSlug\":\"large\",\"linkDestination\":\"none\"} -->\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img src=\"http:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/TokyoKids-1024x399.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2746\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Tokyo Street Fashion 2022<\/figcaption><\/figure>\n<!-- \/wp:image -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>One day, as I took my seat in an overcrowded carriage, an elegant sneaker-clad foot attracted my attention. Even to my eyes, the sneaker was a work of art. I glanced at the wearer\u2019s other foot, then did a double take. It was a loafer \u2013 a loafer that was just as beautiful as the sneaker, but it was still a loafer. Then I noticed that the sneakered-foot wore a tartan sock and the loafered-foot a simple plaid sock. Intrigued, my eyes slowly panned up the body of the man standing in front of me. His black jeans, fashionably shredded below the knee to expose his socks, were skin-tight and held in place by a broad, soft leather belt with a large metal cowboy buckle. Over a finely woven purple polo-neck sweater, his stripy blazer was the colour of indigo. As he clung to a leather hanging strap to steady himself, I saw he wore rings on each finger and thumb, and bracelets around his wrists. To top it off, a black Caballero hat was perfectly balanced on his head and a long black plait of hair hung halfway down his back. All-in-all, a masterpiece.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>As my departure date drew nearer, I realized that I should make the most of every second I had left in that extraordinary country. That night, long after midnight, I found myself sitting in yet another crowded subway carriage, feasting my now tired eyes on marvellous bags, shoes, jackets, quirky manicures, and all manner of hats. (Today everyone would be engrossed in their phones. Back then, they buried their noses in Manga comics.)<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Suddenly, at the other end of the carriage, I thought I saw\u2026 No, I was sure I saw\u2026 Could it be? I leaned forward to get a better look. Yes! The great Fudo Myo-o was sitting in the very same carriage. Black, well-built and muscly, a great deal of curly hair had been piled on top of his head, a plait hung over his left shoulder and his two fangs were clearly visible, one pointing up, the other pointing down. For a moment, time stood still. Then I had to look away as the power of that momentary glimpse overwhelmed me. For a few seconds, I could hardly bring myself to look up. Then, burning with curiosity, I raised my eyes to take another look. But he was gone.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Was he a phantom? A mirage? A vision? Who knows. I wondered at the time if seeing him was a symptom of exhaustion brought on by our punishing daily schedule. Or the effect of the vast number of TV shows I had devoured, most of which were about samurai, ninja and yakuza, whose tattooed bodies often displayed vivid depictions of Fudo Myo-o. But thinking about it now, he had been on my mind throughout that visit, especially since I learnt, on one of Mr. Mao\u2019s bus tours, that Japan has its very own brand of Vajrayana Buddhism. As a follower of the Vajrayana myself, this discovery thrilled me and from then on, I willingly sacrificed several restaurant dinners and shopping expeditions to visit one or two of Japan\u2019s great tantric shrines.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:image {\"align\":\"center\",\"id\":2722,\"sizeSlug\":\"full\",\"linkDestination\":\"none\"} -->\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img src=\"http:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Hombre_con_horimono_Fudo\u0304_Myo\u0304-o\u0304_en_pecho.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2722\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Photo by Dean Marchand<\/figcaption><\/figure>\n<!-- \/wp:image -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>It was during that visit that, for the first time ever (in a trip chock-full of firsts), I was introduced to Shingon Buddhism. The intricacy of Shingon mandalas and the pristine, meticulously devised, beautifully arranged shrines were as unlike Indian and Tibetan temples as it was possible to be, and they enthralled me. As the great Japanese author, Jun'ichiro Tanizaki, wrote in his essay, <em>In Praise of Shadows<\/em>:<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>In temple architecture the main room stands at a considerable distance from the garden; so dilute is the light there that no matter what the season, on fair days or cloudy, morning, midday, or evening, the pale, white glow scarcely varies. And the shadows at the interstices of the ribs seem strangely immobile, as if dust collected in the corners had become a part of the paper itself. I blink in uncertainty at this dreamlike luminescence, feeling as though some misty film were blunting my vision. The light from the pale white paper, powerless to dispel the heavy darkness of the alcove, is instead repelled by the darkness, creating a world of confusion where dark and light are indistinguishable. Have not you yourselves sensed a difference in the light that suffuses such a room, a rare tranquillity not found in ordinary light? Have you never felt a sort of fear in the face of the ageless, a fear that in that room you might lose all consciousness of the passage of time, that untold years might pass and upon emerging you should find you had grown old and grey?<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>The impact of those Japanese shadows was immense. Just as young Japanese boys put such effort into their personal presentation, it was clear to me that the ancient Japanese shoguns, samurai, Emperors and laypeople alike had put all of themselves, heart and mind, into every detail of their temples, including placing windows in such a way as to direct the sunlight to hit the shrine just so.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Many Shingon temples house incredibly impressive statues and mandalas. Everywhere I went, I saw mandalas of the Mahavairocana Sutra and Vajrashekhara Sutra<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a> surrounded by images of the main deities and their entourages. Yet, even in such illustrious company, the statues and paintings of Fudo Myo-o were impossible to overlook. Perhaps the best-loved and most sought after of all Japanese deities, his face and form \u2013 whether carved in stone, painted on the walls, printed from a wood block, or described in calligraphy and so on \u2013 are unmistakable.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:image {\"align\":\"center\",\"id\":2754,\"sizeSlug\":\"full\",\"linkDestination\":\"none\"} -->\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img src=\"http:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/21034628_1392840557497535_4520811367898392802_n.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2754\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Fudo Myo-o<\/figcaption><\/figure>\n<!-- \/wp:image -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Unlike India\u2019s beloved Nataraja, Dancing Shiva, who is adored for his sensual curves, the supple strength of his slender limbs, his square shoulders and the perfect poise of his gracefully raised left foot, Fudo Myo-o is darkly&nbsp;menacing, powerful, even disturbing. Although some of the statues I saw in Japan showed him with both eyes open and bulging under a fiercesome frown, or one eye looking up and the other eye looking down, the image I know best shows him with one eye open and the other eye closed. His mouth grimaces like a Chinese dragon or a frog, often with one side open and the other pressed shut, while his fangs follow the direction of his eyes, one pointing up, the other pointing down. Most of his thick, curly hair is loosely tied in a top knot with a single skein plaited and pulled forward over his left shoulder. He holds a sword in his right hand and a coil of rope in his left. Black or dark blue, he is powerfully built, and looks both unmovable and ready to spring into action in an instant. Either sitting or standing in the midst of an inferno of flames, he commands the space around him with absolute authority. If you ever find yourself in a room containing an image of Fudo Myo-o, you will have eyes for no one else.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Back then I had hardly any money of my own and what little I had, I spent on postcards and prints of Fudo Myo-o. I felt I wanted to show him off simply because he was so magnificent \u2013 perhaps in the same way some people like to flaunt their beautiful, charismatic friends at balls or black tie parties, &nbsp;<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>I have practised Arya Achala since I was six year old and, as a child, spent many hours listening to marvellous stories about him. Atisha Dipamkara, for example, once sailed from India to Indonesia to beg Dharmakirti for teachings about how to be kind. As the ship left the Bay of Bengal, perhaps to sail through the Malacca Strait, a storm blew up that was so violent the ship began to sink. Atisha immediately prayed to Arya Achala (Fudo Myo-o\u2019s Indian name) and within seconds, he appeared waist deep in the ocean to lift the ship above the furious waves. This is the kind of story that I grew up with.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Ever since Mr. Mao introduced me to that most elegant of countries, I have opened my mind to Japanese culture, books, films, music, and so on. I have now read English translations of many of Yukio Mishima\u2019s novels and eaten at his favourite <em>tonkatsu<\/em> restaurant in Tokyo. I have read a number of Yasunari Kawabata\u2019s stories, listened to Kokoro by Natsume Soseki and watched the films of Yasujiro Ozu. What a great artist he is! Without moving his camera an inch, a pile of dirty laundry can reduce you to tears or make you burst out laughing. I have seen several of his film a dozen times or more, each time falling into post-movie depression because I know I can never match his extraordinary accomplishments.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Traditional Japanese gourmet food is not my cup of tea;&nbsp;my palate has yet to acquire the level of sophistication necessary to appreciate this style of cooking. There is almost too much to admire: the arrangement of the morsels of food, the colour combinations, the size of the portions, the taste and so on. Coming from a rather more rugged culture, I am far more likely to grab a bowl of ramen at Hakata Nagahama Ramen Miyoshi in Kyoto than to try one of Japan\u2019s many three Michelin star restaurants.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>I have now visited Japan more times that I can remember and my respect for Japanese precision, order, attention to detail and, of course, their elegance and etiquette has only increased. I once spent a week at a hot spring in a village on the outskirts of Tokyo. The village train station was tiny and the <em>soba<\/em> noodle bar that had been squeezed into one of its corners was even tinier \u00ad\u00ad\u2013 but then, the Japanese are unrivalled masters of the art of making the most of impossibly small spaces. I ate at that noodle bar many times and the quality of the food was always excellent. Not once did the texture of the noodles or the taste of the cold sauce vary or diminish. I would take a book and sit for hours reading, people-watching and drinking coffee. All that coffee sent me to their toilet at least one, if not twice or more, but no matter how often I went, the toilet paper had always been refolded in a neat point.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:image {\"id\":2762,\"sizeSlug\":\"large\",\"linkDestination\":\"none\"} -->\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img src=\"http:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Toiletpaper-1024x292.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2762\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Photos by <em>Christoph Roser at&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.allaboutlean.com\/\">AllAboutLean.com<\/a><\/em><\/figcaption><\/figure>\n<!-- \/wp:image -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Technologically, Japan is one of the most advanced countries in the world. In the 1960s, Japanese engineers pioneered the production of high-speed trains and have since built a ground-breaking rail network for their Shinkansen or \u2018bullet\u2019 trains. Everything the Japanese do, they do exceptionally well.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Japan\u2019s form, its outer world, remains as elegant and beautifully crafted as it ever was. However \u2013 and I really hope I am wrong about this \u2013 my fear is that, like the Chinese (not just the Chinese in mainland China, but the Taiwanese, Hong Kong and Singaporean Chinese), the Japanese are shedding more and more of their inner culture, becoming if not embarrassed about their heritage, at least unwilling to draw attention to it. Most Japanese are more comfortable listening to Chopin piano music at public gatherings or in elevators than music played on their own <em>shakuhachi<\/em> (Japanese flute) or <em>koto<\/em> (a half-tube zither) instruments.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Since the mid-19<sup>th<\/sup> century restoration of the emperor and the arrival of their new American and European trading partners, the Japanese have become increasingly attracted to western culture. From what I have read, this attraction began quite some time ago. Murakami often writes about the American and European novelists he admires, like J.D. Salinger and Franz Kafka, and the American and European music he loves, like jazz and J.S. Bach (whose music he very correctly refers to by name and BWV number). But I have yet to read a story of his that mentions music played on traditional Japanese instruments. It is as if the entire country has surrendered to western values. So much so that the Japanese seem to approach their own cultural traditions, like Noh or Kabuki, in the same way as foreign holidaymakers do \u2013 for fun, for entertainment, as a \u2018recreation\u2019. The Japanese have become tourists in their own land.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>The Indians are quite different. Not only are Indians proud of their music, they love listening to it. &nbsp;Traditional Indian music can often be heard blaring from the open windows of Indian houses \u00ad\u2013 I can\u2019t imagine hearing a Bach cello suite on the streets of Varanasi. And wherever an Indian community lives, New Delhi, London\u2019s Southall or Vancouver\u2019s Little India, there are always shops selling fire puja sets tailored to different deities and even neatly packaged cow dung for use in religious ceremonies or simply as incense. As an inveterate traveller, I see Indian men and women in all the airports of the world, the men wearing kurta pyjamas and the women in saris, their foreheads smeared with sindoor. They don\u2019t dress like that for fun or because they feel the need to preserve their cultural traditions, it\u2019s just how they always dress.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>India\u2019s deeply-rooted cultural traditions continue to be woven into their most worldly transactions. I read recently that in 2020 at the Ambala air base, a traditional \u2018sarva dharma puja\u2019 was included in the ceremonies celebrating India\u2019s induction of new French fighter jets into their air force. And even today, totally nude Jain monks (who practise non-attachment to worldly possessions by owning nothing at all, not even a dhoti) serve as members of India\u2019s Parliament.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>My sense is that, unlike the Japanese and the Chinese, Indians are not shy about turning the candid lens through which they view the world on themselves. By contrast, a little more than fifty years ago, appalled by the spiritual barrenness of modern Japanese life, Yukio Mishima tried to persuade members of the Japanese army to help him forcibly return their country to its pre-war, warrior traditions. His great fear was that the Japanese would sell their souls to the Americans. When he failed, he committed hara-kiri. Today, if he hadn\u2019t been cremated, he would be turning in his grave.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Every time I return to Japan, my great longing to bump into Mr. Fudo in a crowded train carriage, a tiny sushi bar, or an elegant Japanese coffee shop is as strong as ever. But, as my training in Buddhist philosophy continuously reminds me, that forty years of longing and hoping is probably the very reason I have not seen him again. Not yet, at least. Paradoxically, my philosophical training also tells me that longing and hoping for him is my sadhana and that I should never give it up. So, just as many of Lord Krishna\u2019s devotees move to Vrindavan then spend the rest of their lives longing for a glimpse of the blue god, or at least to hear the sound of his flute, I will make my way to the Land of the Rising Sun once more, full of longing and hoping that this time, I will finally catch another glimpse of Mr. Fudo.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:image {\"id\":2770,\"sizeSlug\":\"large\",\"linkDestination\":\"none\"} -->\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img src=\"http:\/\/mugwortborn.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/buddha-g20cfb39e2_1920-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2770\"\/><\/figure>\n<!-- \/wp:image -->\n\n<!-- wp:separator {\"opacity\":\"css\"} -->\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n<!-- \/wp:separator -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> The <em>Sarvatath\u0101gatatattvasa\u1e43graha Tant<\/em>ra is known as the <em>Vajra\u015bekhara S\u016btra<\/em> in the Shingon tradition.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"project_category":[88],"project_tag":[],"class_list":["post-3665","project","type-project","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","project_category-episodes"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/project\/3665","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/project"}],"about":[{"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/project"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3665"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/project\/3665\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3325"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3665"}],"wp:term":[{"taxonomy":"project_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/project_category?post=3665"},{"taxonomy":"project_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/mugwortborn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/project_tag?post=3665"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}